Studie

Übernahme durch Finanzinvestoren schwächt viele Unternehmen

Düsseldorf | 13.01.2021 | dpa

Die Übernahme durch einen Finanzinvestor hat einer Studie zufolge häufig negative Folgen für das betroffene Unternehmen. Bei Firmen mit einer sogenannten Private-Equity-Beteiligung entwickelten sich Beschäftigung und Finanzlage schlechter als bei vergleichbaren Unternehmen ohne Finanzinvestoren, berichtete die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch.

Vor allem im Jahr der Übernahme sei die Zahl der Beschäftigten in Unternehmen mit Finanzinvestoren gesunken, danach habe sie stagniert. Nach vier Jahren habe sich die Gesamtbeschäftigung in diesen Unternehmen knapp 13 Prozentpunkte schlechter entwickelt als in den anderen Unternehmen.

Ähnlich sei die Entwicklung bei der Finanzlage. Vier Jahre nach dem Einstieg von Finanzinvestoren hätten die Unternehmen eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von rund 28 Prozent aufgewiesen. Demgegenüber seien die Vergleichsunternehmen auf eine Quote von circa 42 Prozent gekommen. Unternehmen, die an einen weiteren Finanzinvestor weiterverkauft worden seien, hätten sogar eine Eigenkapitalquote von nur noch 15 Prozent gehabt.

Dies sei ein Beleg dafür, dass «insbesondere ein wiederholter Verkauf an eine Private-Equity-Gesellschaft die Eigenkapitaldecke eines Unternehmens deutlich verringert», schreibt der Autor der Studie, Christoph Scheuplein vom Institut Arbeit und Technik (IAT).

Einen Sonderfall seien Private-Equity-Gesellschaften, die Unternehmen in kurzer Zeit durch weitere Zukäufe zu einem dominierenden Konzern ausbauten. Seit der Finanzkrise habe diese Strategie an Bedeutung gewonnen – etwa im deutschen Gesundheitssektor. Diese Unternehmen wiesen in den Jahren nach der Übernahme ein sehr hohes Umsatz- und Beschäftigungswachstum auf, was jedoch in erster Linie durch Zukäufe und nicht durch Wachstum aus eigener Kraft erreicht worden sei.

Scheuplein hatte für die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie 103 von Finanzinvestoren übernommene Firmen seit dem Jahr 2013 untersucht und mit der Entwicklung von Unternehmen ohne Privat-Equity-Einstieg verglichen.


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