Aufsicht

Scholz kündigt wegen Wirecard-Skandal Reform der Finanzaufsicht an

Berlin | 26.06.2020 | Reuters

Bundesfinanzminister Olaf Scholz will als Konsequenz aus dem Wirecard-Bilanzskandal die Aufsicht verändern. „Auch hier müssen die Strukturen durchleuchtet, mögliche Fehler rasch identifiziert und sofort abgestellt werden“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstagabend in Berlin. Die aktuelle Arbeitsweise müsse überdacht werden. Das Finanzministerium werde dazu in den nächsten Tagen ein Konzept ausarbeiten. „Die BaFin muss künftig in der Lage sein, Sonderprüfungen möglichst kurzfristig, schnell und effizient durchführen zu können.“ Wirecard sei ein Skandal, der seinesgleichen suche. Das müsse ein Weckruf sein.

Der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet, weil in der Bilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen. „Offenbar traut dort niemand mehr den eigenen Zahlen“, sagte Scholz. Der Fall müsse schnell und gründlich aufgeklärt werden. Kritische Fragen seien jetzt an das Management, aber auch die Wirtschaftsprüfer zu richten.

Der Bonner Aufsichtsbehörde BaFin stärkte Scholz aber den Rücken. „Ich bin dem BaFin-Chef für seine klaren Worte in dieser Angelegenheit dankbar und erwarte natürlich auch entsprechende Taten.“ Felix Hufeld hatte selbstkritisch von einem Desaster gesprochen. Am nächsten Mittwoch wird er im Finanzausschuss des Bundestags Rede und Antwort stehen müssen. Scholz sagte, er sei ständig im Kontakt mit Hufeld.


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