Prognose

Institute erwarten keine Finanzkrise durch Corona-Pandemie

Berlin | 14.10.2020 | Reuters

Trotz Risiken für das Bankensystem durch die Corona-Krise sehen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute keine neue Finanzkrise heraufziehen. Für die kommenden Monate seien zwar merklich steigende Insolvenzzahlen zu erwarten, schreiben die Institute in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Herbstgutachten für die Bundesregierung. Doch angesichts der guten Kapitalausstattung vor der Krise und der ergriffenen Maßnahmen zur Überwachung der Stabilität des Finanzsystems sei davon auszugehen, dass eine Finanzkrise verhindert werden könne. Die Forscher erwarten zudem, dass die Kreditvergabe „nicht übermäßig“ beeinträchtigt wird.

Die Institute verweisen darauf, dass wegen der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bislang in den Statistiken kein Anstieg der Pleiten in Deutschland zu erkennen sei. Doch insbesondere viele kleinere Firmen, die aufgrund der Aufhebung der Antragspflicht noch keine Insolvenz angemeldet hätten, dürften nach Ansicht der Institute in der näheren Zukunft zur Aufgabe gezwungen sein: „Auch das dabei im Feuer stehende Forderungsvolumen wird wohl noch merklich steigen“, so das Fazit der Forscher.

Die Bundesbank hatte jüngst gewarnt, die Geldinstitute müssten sich auf eine Welle von Unternehmensinsolvenzen und steigende Kreditausfälle einstellen. Im gesamten Unternehmenssektor könnten die Insolvenzen im ersten Quartal 2021 demnach auf über 6000 steigen. Das wäre ein Anstieg um mehr als 35 Prozent, aber weniger als in der globalen Finanzkrise als etwa 8000 Unternehmen pro Quartal pleitegingen. Dieses Szenario ist laut Bundesbank für die Kreditinstitute verkraftbar, doch auch ein deutlich stärkerer Anstieg der Insolvenzen sei nicht ausgeschlossen.


Cookie Hinweis
Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite unverzichtbar sind, Cookies, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken genutzt werden sowie Cookies, die durch Inhalte von Drittanbietern gesetzt werden (Twitter). Sie können jederzeit in den Datenschutzhinweisen der Verarbeitung und Nutzung von Cookies widersprechen oder diese anpassen. Weitere Informationen