EDIS

EZB rechnet auf Jahre nicht mit gemeinsamer Einlagensicherung in Europa

Frankfurt am Main | 18.11.2020 | Reuters

Die EZB-Bankenaufsicht rechnet in den nächsten Jahren nicht mit einer gemeinsamen europäische Einlagensicherung (EDIS). Eine vollwertige europäische Einlagensicherung sollte zwar das Ziel bleiben, sagte EZB-Chefbankenkontrolleur Andrea Enria am Mittwoch auf einer Finanzkonferenz. Es werde sie aber in den nächsten Monaten und Jahren nicht geben.

„Ich werde mein Mandat in etwas mehr als drei Jahren beenden, und ich bezweifele, dass eine voll funktionsfähige EDIS da sein wird, wenn ich meine Stelle hier bei der EZB verlasse,“ so Enria

Eine gemeinsame Einlagensicherung ist unter anderem in Deutschland umstrittenen. Kritiker befürchten, dass deutsche Sparer bei Problemen von Geldhäusern in Südeuropa in die Haftung genommen werden. Nach Ansicht des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) darf eine Vertiefung der Bankenunion in Europa die Funktionsfähigkeit der „bewährten deutschen Sicherungssysteme“ nicht gefährden. Eine Vergemeinschaftung der Finanzmittel der nationalen Sicherungssysteme auf EU-Ebene sei abzulehnen, erklärte der Verband im August. Auch der Sparkassenverband DSGV hatte sich im Sommer kritisch geäußert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die großen Banken im Euroraum zuständig. Aktuell kontrolliert sie 113 Institute, darunter hierzulande die Deutsche Bank und die Commerzbank.

 


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