Konjunktur

Corona-Ausnahme wirkt - weniger Firmenpleiten im Halbjahr

Wiesbaden | 10.09.2020 | dpa

Trotz der Corona-Krise sind im ersten Halbjahr weniger Firmen in Deutschland in die Pleite gerutscht. Die Amtsgerichte meldeten 9006 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag 6,2 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Krise spiegele sich bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Insolvenzen wider, erklärte die Wiesbadener Behörde. Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Firmen seit 1. März 2020 ausgesetzt ist.

Das Bundeskabinett hatte jüngst beschlossen, die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, bis Jahresende ausgesetzt zu lassen, falls die Überschuldung eines Unternehmens Folge der Corona-Krise ist. Die Lockerungen waren im März zunächst bis September eingeführt worden, um eine Pleitewelle in der Pandemie zu verhindern. Dabei war zunächst auch die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags wegen Zahlungsunfähigkeit ausgesetzt worden. Diese zweite Ausnahme fällt nun weg.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im ersten Halbjahr im Handel – einschließlich Kfz-Werkstätten – mit 1485 Fällen. Firmen des Baugewerbes stellten 1462 Anträge, im Gastgewerbe wurden 1004 und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 974 Insolvenzanträge gemeldet. Im Schnitt waren die Betriebe größer als vor einem Jahr, die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger lagen mit 16,7 Milliarden Euro deutlich über den 10,2 Milliarden Euro des ersten Halbjahres 2019.

Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren in Deutschland nahm im August wie auch schon in den vorangegangenen Monaten weiter ab. Auf der Grundlage vorläufiger Angaben sank sie um 38,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.


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