Regulierung

Bundesbank-Vize Buch warnt vor Zurückdrehen von Regeln für Banken

Frankfurt/Main | 10.09.2021 | dpa

Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch hat vor einem Zurückdrehen der nach der Finanzkrise verschärften Regeln für Banken gewarnt. «Es ist sicher sinnvoll, eine übermäßige Komplexität und unnötige Kosten der Regulierung zu vermeiden sowie neu entstehende Risiken zu adressieren», sagte Buch laut Redetext am Freitag bei einer Fachtagung der Hochschule der Deutschen Bundesbank. «Allerdings hätte ein Absenken der Kapitalanforderungen unerwünschte Nebenwirkungen und würde die Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors schwächen.»

Zwar würden auf den ersten Blick die Institute entlastet, die sich im Markt befinden. «Aber das wäre nur ein Scheinerfolg», befand Buch. «Denn letztlich würde das System verwundbarer gegenüber Risiken. Eine Konsolidierung des Markts könnte verzögert werden; der Druck gerade auf schwächere Institute würde sinken, sich neu auszurichten und Geschäftsmodelle kritisch zu hinterfragen.»

Nach der Finanzkrise 2008 waren die Regeln für Banken verschärft worden. Immer wieder klagen Banker über hohe Kosten und wachsenden bürokratischen Aufwand.

Damit der Bankensektor auch nach der Coronapandemie weiterhin seinen Beitrag leisten könne, müssten «jetzt verstärkt zukünftige Risiken in den Blick genommen werden», riet Buch: «Zum einen kann nicht ausgeschlossen werden, dass nicht doch noch Verluste eintreten, wenn die Hilfsprogramme zurückgefahren werden. Zum anderen können Risikomodelle, die auf Daten der Vergangenheit beruhen, ein verzerrtes Bild über zukünftige Risiken liefern. Denn zukünftig dürften drohende Verluste kaum ähnlich schnell und ähnlich umfangreich durch staatliche Maßnahmen aufgefangen werden, wie dies im Zuge des Coronaschocks der Fall war.» Darauf müssten sich Banken und andere Marktteilnehmer vorbereiten.


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