KfW-Umfrage

Auslandsgeschäft der Mittelständler 2020 eingebrochen

Berlin | 03.05.2021 | Reuters

Gestörte Lieferketten, Nachfrageeinbruch und Grenzkontrollen haben deutschen Mittelständlern im Corona-Jahr das Auslandsgeschäft vermiest. Die Umsätze kleiner und mittlerer Betriebe außerhalb Deutschlands dürften 2020 um 17 Prozent auf 494 Milliarden Euro gesunken sein – und damit auf das niedrigste Niveau seit mehr als zehn Jahren, wie am Montag aus einer KfW-Studie hervorgeht. Demnach bekommen die auslandsaktiven Mittelständler die Auswirkungen der Pandemie heftiger zu spüren als die kleinen und mittleren Unternehmen, die nur in Deutschland tätig sind. „Viele, vor allem kleinere Mittelständler wollen ihre Geschäftstätigkeit zukünftig stärker auf den inländischen Markt ausrichten“, sagte KfW-Chefökonomin Fritzi Köhler-Geib zur Studie der Förderbank.
Etwa vier von zehn der bisher im Ausland tätigen Firmen wollen sich in den kommenden fünf Jahren stärker auf den inländischen Markt fokussieren. Gleichzeitig beabsichtigt etwa ein Viertel der Betriebe, sich bei den Exporten künftig breiter aufzustellen und dazu weitere Auslandsmärkte zu erschließen. Dies gilt laut KfW vor allem für größere und exporterfahrenere Unternehmen, die – anders als kleinere Mittelständler – über die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen verfügten. Aus Sicht der Unternehmen an Bedeutung gewinnen dabei tendenziell Länder in Europa – mit Ausnahme Großbritanniens. Der Brexit mit seinen Zöllen und logistischen Probleme mache den Export gerade für kleinere Firmen unattraktiv. Bei der Beschaffung wollen sich drei von zehn Mittelständlern stärker auf das Inland fokussieren. Einen teilweisen oder kompletten Rückzug aus globalen Wertschöpfungsketten planen aber nur die wenigsten (sechs Prozent).

In der Breite bleibe der Mittelstand dem Auslandsgeschäft treu, betonte Köhler-Geib. Die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung seien trotz Corona-Krise unverändert. „Durch die Einbindung in globale Wertschöpfungsketten lassen sich Effizienzgewinne erzielen.“ Dies sorge dafür, dass deutsche Firmen fit für den internationalen Wettbewerb blieben.


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