EZB

Abschmelzen der Anleihenkäufe zurzeit kein Thema

Frankfurt am Main | 10.06.2021 | Reuters

Die Währungshüter der EZB haben auf ihrer Zinssitzung eine Diskussion über das Herunterfahren ihrer billionenschweren Notfall-Anleihenkäufe vermieden. Eine Debatte über einen Ausstieg aus dem Programm komme „zu früh und sei voreilig“, sagte Lagarde am Donnerstag nach dem Zinsbeschluss in Frankfurt.

Der EZB-Rat habe sich mit solchen langfristigen Fragen nicht beschäftigt, die zu gegebener Zeit aber anstünden. Die Währungshüter hätten sich darauf geeinigt, die Ankäufe im Rahmen des Programms weiter deutlich umfangreicher zu gestalten als in den ersten Monaten des Jahres. Es habe allerdings eine Debatte über das Tempo der Käufe gegeben, räumte sie ein.

Die Krisenanleihenkäufe des sogenannten PEPP-Programms sind zurzeit eine der wichtigsten Waffen der Währungshüter im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Die Käufe sind auf 1,85 Billionen Euro angelegt und sollen noch bis mindestens Ende März 2022 laufen. Etwas mehr als eine Billion Euro des Kaufrahmens wurde schon genutzt.

EZB-Ratsmitglied Klaas Knot hatte im April eine Debatte über ein Abschmelzen der Käufe losgetreten. Aus seiner Sicht könnte bei einer robusten Erholung die Notenbank ab dem dritten Quartal langsam damit beginnen, die PEPP-Käufe herunterzufahren, um sie dann im März 2022 wie geplant zu beenden. Lagarde hatte allerdings bereits im Mai dieser Diskussion vorerst eine Absage erteilt.


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