Fuhrparkmanagement

Mobilität neu denken

Wissen und Perspektive | 01.09.2021 | Sören Hensen
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Vom Fuhrpark zum Mobilitätskonzept – die Evolution findet bereits statt. Das alleinige Verwalten, Planen, Steuern und Überwachen von Fahrzeugflotten wird abgelöst von einem smarten, komplexen und sehr viel anspruchsvollerem Mobilitätsmanagement in Betrieben und Unternehmen.

Die betriebliche Mobilität hat sich in den vergangenen Jahren – nicht zuletzt durch die Folgen der Pandemie und den klimatischen Entwicklungen – stark verändert. Es geht schon längst nicht mehr nur darum, für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter einen Dienstwagen zu organisieren. Die ganzheitliche Betrachtung und die unternehmerische Haltung beeinflussen die bisherigen Kriterien einer funktionierenden Organisation. Zum einen hat sich die Einstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Nutzung verschiedener Verkehrsmittel verändert. Zum anderen sind immer mehr Unternehmen gerade hier ihrer Nachhaltigkeitspolitik verpflichtet.

Neue Herausforderung

So sind neue, innovative Geschäftsmodelle aus der Nachfrage nach flexiblen, alternativen und nachhaltigen Mobilitätsangeboten entstanden: Carsharing, E-Bikes, Abomodelle, Ladepunkte für E-Fahrzeuge, Fördermaßnahmen, andere Finanzierungsmöglichkeiten. Durch Energiewende und Klimawandel kombiniert mit einer nachhaltigen Philosophie entwickelt sich Mobilität immer stärker zu einer zentralen Herausforderung in den Firmen.

Das aktuelle Mobilitätsmanagement ist im Vergleich zu seinen Vorgängern keine Insellösung. Zahlreiche Schnittstellen müssen berücksichtigt werden, beispielsweise zum Gesundheitsmanagement. Steigen Kolleginnen und Kollegen vermehrt auf das Fahrrad, werden Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten verbessert und auch die Attraktivität des Arbeitgebers kann steigen.

Die bereits im privaten Umfeld stark frequentierten alternativen Antriebe machen natürlich auch nicht vor der geschäftlichen Nutzung halt. Entscheidet sich ein Unternehmen für diese Alternative, ist es nicht mit dem Einkauf der Fahrzeuge getan. Sie müssen auf die Anforderung der beschäftigten Monteure, Vertriebsmitarbeiter oder des Lieferservices abgestimmt sein. Befinden sich die Fahrwege schwerpunktmäßig in der Region oder werden längere Strecken zurückgelegt? Sind an den Strecken ausreichend Lademöglichkeiten vorhanden? Wie sieht es mit den Reichweiten aus? Fragen, die ein modernes Mobilitätsmanagement beantworten und bei Umsetzung berücksichtigen muss.

Bezüglich der Kosten haben die Verantwortlichen den Spagat zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu meistern. Erhebliche Investitionen für die Zukunft sind nötig. Verständlich, dass die Kunden eine unkomplizierte, ressourcenschonende Lösung möchten, die auch noch in den nächsten Jahren Bestand hat. Vor einigen Jahren konnten Fuhrparkmanager dies auch problemlos gewährleisten. Jetzt gestalten sich diese Investitionen zunehmend schwieriger, da in kürzeren Zyklen immer wieder neue Voraussetzungen – beispielsweise bei der Ladeinfrastruktur, der Reichweite der Akkus, aber auch bei den Förderungen – geschaffen werden. Innovative Anschaffungen, die Anbieter heute tätigen, sind nach zwei Jahren vielleicht schon nicht mehr State of the Art.

Das ist der Grund, warum viele Kunden mit einer kleinen Lösung einsteigen. Das schafft die Möglichkeit, umweltbewusst zu handeln, Erfahrungen zu sammeln und längerfristige Planungen vorzunehmen. Folglich ist bei der Durchführung von Baumaßnahmen als auch bei der Hardwarebeschaffung bereits heute die zukünftige Erweiterbarkeit der Systeme zu beachten.

Genossen leben Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit gehört insbesondere bei genossenschaftlichen Unternehmen zur DNA. Die DRWZ Mobile registriert für das Fuhrparkmanagement und E-Mobility in diesem Umfeld sprunghaft ansteigende Anfragen und Projekte. Das ist auch nachvollziehbar, denn Genossenschaften betrachten ökologische, ökonomische und soziale Aspekte ganzheitlich und verbinden sie miteinander. Das regionale Engagement vor Ort und der Anspruch, CO2-neutral unterwegs zu sein, sind wichtig für diese Positionierung.

Um Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu kombinieren, stehen im ersten Schritt Projekte für die Umrüstung auf Elektro- oder Hybridfahrzeuge auf der Agenda. Im zweiten Schritt wird dann erfahrungsgemäß die Installation von Ladepunkten in Angriff genommen.

Übersicht behalten – Expertenwissen nutzen

Mangelnde Transparenz, vielfältige Lösungen und Angebote und ein bisschen zu viel Aktionismus – so empfindet ein Großteil der Kunden die aktuelle Situation im Markt, die langfristige Investitionsentscheidungen erschwert. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die „Novellierung des Masterplans Ladeinfrastruktur der Bundesregierung“, die auch die Zahlverfahren an den Ladesäulen im gewerblichen Bereich regeln soll.

Verschiedene Bezahlmodelle führen dazu, dass der E-Mobilist unterschiedliche Ladekarten benötigt, um einigermaßen verlässlich flächendeckend Strom tanken zu können. Die Verantwortlichen in den Unternehmen müssen entscheiden, welche Karten oder Lösungen sie ihren Fahrern zur Verfügung stellen. Anbieter von E-Mobility-Lösungen werden mit komplexen Fragestellungen konfrontiert. DRWZ Mobile konzentriert sich in der Beratung zunächst darauf, die Eignung der Standorte und die Infrastruktur der Umgebung des geplanten Ladepunkts zu analysieren. Dann ermitteln die E-Mobility-Experten die Zahl der Elektrofahrzeuge in der Region und den zukünftigen Bedarf an Ladeinfrastruktur. Ein individuelles Konzept bildet die Grundlage für weitere stufenweise Entwicklung.

Mobilitätskonzept stufenweise einführen

Entscheidet sich ein Kunde für das Konzept, bietet die DRWZ Mobile weiterführende Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes an. Darin sind die Beantragung von Fördermitteln sowie die Beauftragung von Anschlussarbeiten bis hin zur Wartung der Anlagen im laufenden Betrieb integriert.

Insbesondere die Fördermittelpolitik erfordert einen langen Atem bei den Antragstellern. Die finanziellen Anreize für den Aufbau der Ladeinfrastruktur sind hoch, dennoch benötigen die Betreiber für deren weiteren Ausbau Planungssicherheit. Ständig neue Vorgaben für technische Nachrüstungen – wie aktuell bei der Ladesäulenverordnung diskutiert – drohen, den Betrieb der Ladepunkte unwirtschaftlich zu machen.

Ein stufenweises Konzept mit übergreifender Beratung und langfristiger Planung hat sich hier bewährt. Für viele Unternehmen bedeutet die Entwicklung der klassischen Fuhrparkorganisation hin zum Mobilitätsmanagement weniger eine Evolution als eine Revolution. Damit verbunden sind hohe Investitionen und viel Knowhow für eine effiziente Umsetzung.

© Privat
Sören Hensen

Sören Hensen ist Geschäftsführer der DRWZ Mobile GmbH.



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