Privatbankenfusion

Frankfurt, 21.03.2019 (Reuters) - Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sieht viele gute Gründe für eine Fusion mit der Commerzbank. Er wolle den ab Mittag tagenden Aufsichtsrat der größten heimischen Privatbank vom Sinn eines solchen Deals mit dem kleineren Konkurrenten überzeugen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von einer Person im direkten Umfeld des Vorstandschefs. Eine weitere Person mit Kenntnnis von Sewings Überlegungen sagte, die Deutsche Bank hätte keine formelle Verhandlungen mit der Commerzbank begonnen, wenn sie erwarten würde, dass diese scheitern.

Konjunktur

Berlin, 19.03.2019 (dpa) - Die «Wirtschaftsweisen» haben vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Konjunktur ihre Wachstumsprognose für 2019 um fast die Hälfte auf 0,8 Prozent nach unten korrigiert. Für 2020 erwartet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Zuwachsraten des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 Prozent, wie die Ökonomen am Dienstag in Berlin mitteilten. Im vergangenen Herbst hatten sie in ihrem Gutachten für 2019 noch mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Im Frühjahr 2018 waren sie von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.

Bankenregulierung

Frankfurt, 15.03.2019 (Reuters) - Finanzexperten haben sich hinter Forderungen von deutschen Aufsehern gestellt, Erleichterungen für kleinere Geldhäuser bei der Bankenregulierung auf den Weg zu bringen. In einem am Freitag veröffentlichten Gutachten für die Bundesregierung kommen die Wirtschaftsprofessoren Rainer Haselmann, Jan Pieter Krahnen und Mark Wahrenburg zu dem Schluss, dass die Umsetzung der seit der Finanzkrise deutlich verschärften Aufsichtsvorgaben besonders hohe Kosten für kleinere Geldhäuser verursachen. Gerade sie würden aber zu einem stabilen Finanzsystem beitragen. Daher gebe es gute Gründe für "eine gezielte aufsichtsrechtliche Entlastung" sehr kleiner Geldhäuser. Die Bundesbank hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Verringerung des Aufsichtsaufwands für kleinere Institute ausgesprochen.

Notenbank

Frankfurt, 14.03.2019 (Reuters) - Nachdem Geldmarkt-Sätze wie der Libor durch Manipulationen ins Zwielicht geraten waren, bringt die EZB nun einen eigenen Referenzzins an den Start. Die Notenbank werde am 2. Oktober mit der Veröffentlichung ihres "€str" genannten Satzes für kurzfristige Geldmarktgeschäfte beginnen, kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt an. Er werde dann die Handelsaktivität am 1. Oktober widerspiegeln. €str soll ausschließlich auf Basis der Geldmarktstatistik berechnet werden und damit weniger anfällig für Manipulationen sein.

Mifid II

Frankfurt/Main, 14.03.2019 (dpa) - Deutschlands Bankenverbände dringen auf eine Überarbeitung der seit Anfang 2018 geltenden Regeln für Wertpapiergeschäfte. Die «Mifid II»-Richtlinie sei «ein Ärgernis für Kunden» und «ein Alptraum für Kreditinstitute und Berater», kritisierten die fünf großen Bankenverbände, die in der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) organisiert sind, am Donnerstag - und untermauerten dies mit einer Umfrage unter Kunden und Banken.

Geldpolitik

Frankfurt, 07.03.2019 (Reuters) - Die EZB stemmt sich mit neuen großen Geldspritzen für die Geschäftsbanken gegen einen Abschwung im Euro-Raum und verschiebt die Zinswende bis mindestens zum Jahresende. Die Euro-Wächter stellten am Donnerstag eine Neuauflage von günstigen Langfristkrediten für die Geschäftsbanken in Aussicht. Von den Geldsalven dürften unter anderem Banken im rezessionsgeplagten Italien profitieren. Die neuen Geldspritzen sollen eine Laufzeit von zwei Jahren haben und ab September 2019 ausgegeben werden. Die EZB betonte zudem, ihre Leitzinsen noch bis mindestens zum Jahresende 2019 nicht antasten zu wollen.

Nachhaltigkeit

Berlin, 26.2.2019 – Schwerpunkt der gestrigen Sitzung des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung unter Leitung von Bundesminister Prof. Helge Braun im Bundeskanzleramt war das Thema Nachhaltige Finanzen (Sustainable Finance). Darunter versteht die Bundesregierung, dass Nachhaltigkeitsaspekte von Finanzmarktakteuren bei Entscheidungen berücksichtigt werden. An der Sitzung nahmen die für Nachhaltigkeitsthemen zuständigen Staatssekretäre der Bundesministerien sowie externe Expertinnen und Experten teil. Initiiert vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beschloss der Staatssekretärsausschuss, eine Sustainable Finance-Strategie der Bundesregierung zu entwickeln. Damit soll Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort ausgebaut werden.

Corporate-Banking-Index

München, 5.2.2019 – Die deutsche Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, viele Unternehmen haben expandiert – und dennoch sind hierzulande die Erträge und Gewinne der Banken im Firmenkundengeschäft zuletzt immer weiter zurückgegangen. So ist im ersten Halbjahr 2018 der Bain-Corporate-Banking-Index bei den Erträgen noch einmal gesunken und liegt nun sogar unter dem Wert des Finanzkrisenjahrs 2009. Der Profitabilitätsindex verharrt hingegen auf einem sehr niedrigen Niveau (siehe Abbildung 1). „Die Banken heizen mit ambitionierten Wachstumsplänen den Wettbewerb immer mehr an", erklärt Bain-Partner Dr. Christian Graf. „Zudem werden vorhandene Potenziale insbesondere im Cross-Selling nicht vollumfassend genutzt."

Interbankenentgeld

Brüssel, 22.01.2019 (dpa) - Die EU-Wettbewerbshüter verhängen gegen den Kreditkartenanbieter Mastercard eine Geldstrafe in Höhe von 570 Millionen Euro. Das begründete die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit überhöhten Gebühren.

Zahlungsverkehr

Frankfurt/Main, 16.01.2019 (dpa) - Die ING Deutschland und weitere Banken kehren dem Online-Zahlungsdienstleister Paydirekt als Eigner den Rücken. ING Deutschland und weitere sogenannte Poolbanken wie die HypoVereinsbank, Santander oder die Targobank hätten ihre Anteile zum 31. Dezember 2019 aufgekündigt, bestätigte ING Deutschland der dpa am Mittwoch. Zuvor hatte das Finanz-Blog «finanz-szene.de» darüber berichtet. Man wolle den Kunden allerdings auch zukünftig die Zahlung über Paydirekt anbieten, hieß es. Dafür würden nun verschiedene Möglichkeiten erörtert. Zudem gebe es Verhandlungen über einen Verkauf etwa an die Anteilseigner Deutsche Bank und die Commerzbank.

Fintechs

BERLIN/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Berliner Smartphone-Bank N26 hat sich von Investoren weitere 300 Millionen US-Dollar (261 Mio. Euro) gesichert. Damit steige die Gesamtbewertung des Fintech-Unternehmens auf 2,7 Milliarden Dollar, teilte die Gesellschaft am Donnerstag in Berlin mit. Unter den Investoren sind der staatliche Investmentfonds GIC aus Singapur und der amerikanische Wagniskapital-Fonds Insight Venture Partners.