Zahlungsverkehr

Berlin, 14.11.2019 (dpa) - Ein deutscher Gesetzentwurf könnte das heutige Geschäftsmodell von Apple bei seiner Bezahlplattform Apple Pay torpedieren. Eine von den Regierungsfraktionen eingebrachte Änderung könnte Apple dazu zwingen, Banken und Zahlungsdiensten direkten Zugang zum NFC-Chip der iPhones zum kontaktlosen Bezahlen zu öffnen. Aktuell geht das nur über die Apple-Pay-Funktion, wofür die Finanzunternehmen Vereinbarungen mit dem US-Konzern abschließen.

Geldpolitik

Frankfurt, 12.11.2019 (Reuters) - Die EZB wird laut Notenbankdirektor Benoit Coeure die wiederaufgelegten Anleihenkäufe so lange wie nötig fortsetzen. Der EZB-Rat sei dazu entschlossen, um die konjunkturstützende Wirkung der tiefen Leitzinsen zu verstärken, sagte Coeure am Dienstag auf einer Fachkonferenz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt laut Redetext. Erst kurz bevor die Notenbank damit beginne, ihre Schlüsselzinsen zu erhöhen, würden die Käufe beendet. Das wiederum werde davon abhängen, dass die Inflation sich robust dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent nähere. Die Zentralbank sieht diese Marke als Idealwert für die Wirtschaft  an, verfehlt sie aber bereits seit Jahren. Die EZB erwirbt seit November wieder Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Pro Monat ist ein Umfang von 20 Milliarden Euro vorgesehen.

Regulierungskonferenz

Frankfurt, 11.11.2019 (Reuters) - EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria hat vor Verzögerungen bei den Brexit-Plänen in der Finanzbranche gewarnt. Die Banken hätten zwar wie gefordert ihre Vorbereitungen getroffen, sagte Enria am Montag auf einer Regulierungskonferenz in Frankfurt. Die Umsetzung hinke aber ein wenig hinterher. Die Unsicherheit über die Modalitäten des auf Ende Januar verschobenen EU-Ausstiegs der Briten habe dazu geführt, dass einige Geldhäuser mit der Verlagerung von Geschäftsteilen und Mitarbeitern zögern würden. "Ich kann das verstehen. Es gibt dennoch Grund zur Sorge, wenn ein harter Brexit eintritt." Enria leitet seit Jahresbeginn die Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank.

Bankenunion

Frankfurt/Berlin, 06.11.2019 (Reuters) - Bundesfinanzminister Olaf Scholz stößt mit seinen Vorschlägen zur Bankenunion auf ein geteiltes Echo. Der SPD-Politiker signalisierte vor allem bei der umstrittenen Einlagensicherung in Europa Kompromissbereitschaft. Zustimmung gab es von der Europäischen Zentralbank (EZB) und aus Brüssel sowie Paris. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht dagegen noch Gesprächsbedarf. Sparkassen und Volksbanken verteidigten ihre Form der Einlagensicherung.

Bankenunion

Brüssel/London, 06.11.209 (dpa) - Nach Jahren des politischen Stillstands hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz überraschend Bereitschaft für eine europäische Sicherung für Sparguthaben signalisiert - stößt aber in der großen Koalition auf Widerstand. «Eine europäische Einlagen-Rückversicherung würde die Widerstandsfähigkeit nationaler Einlagensicherungen bedeutend stärken», schrieb Scholz (SPD) in einem Gastbeitrag für die «Financial Times». «Das ist kein kleiner Schritt für einen deutschen Finanzminister.» Die Reaktionen waren geteilt.

Europäische Einlagensicherung

Berlin, 6.11.2019 – Als eine „Daueraufgabe" bezeichnen die Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, und des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak, die Weiterentwicklung des europäischen Finanzmarktes. „Es ist daher nachvollziehbar, Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen eines sich entwickelnden EU-Kapitalmarktes zu diskutieren. Gerade in Zeiten, in denen Europa viele negative Signale an die Sparerinnen und Sparer sendet, ist es wichtig, die Menschen mitzunehmen und um Akzeptanz zu werben. Die Sicherheit der Sparguthaben ist keine Verhandlungsmasse. Schon deswegen muss der Eindruck vermieden werden, dass gemeinsame Lösungen schnell erreichbar seien", so die Präsidenten heute übereinstimmend in Berlin zu jüngsten Vorschlägen eines europäischen Einlagensicherungsfonds von Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

Vorsteuerergebnis

Amsterdam/Frankfurt, 31.10.2019 (Reuters) - Die anhaltend niedrigen Leitzinsen schlagen auch bei der ING Deutschland ins Kontor. Der Vorsteuergewinn der Commerzbank-Rivalin fiel im vergangenen Quartal um gut zwei Prozent auf 377 Millionen Euro, wie am Donnerstag aus dem Geschäftsbericht der niederländischen Mutter ING hervorging. Hauptursache für den Rückgang war, dass die Direktbank nicht mehr so viel Zinserträge erwirtschaftete. Vor allem im Firmenkundengeschäft zeigten sich Schwächen. Das Ergebnis in der Sparte fiel um 14 Prozent. Dagegen verdiente das früher als ING Diba bekannte Institut im Geschäft mit Privatkunden mehr. Ebenso profitierte das Geldhaus von niedrigeren Kosten.

Statistikamt Eurostat

Brüssel, 31.10.2019 (Reuters) - Die Inflation in der Euro-Zone hat sich im Oktober wegen billigerer Energie weiter vom EZB-Ziel entfernt. Die Verbraucherpreise legten nur noch um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in einer Schätzung mitteilte. Im September waren es noch 0,8 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht mittelfristig Werte von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunktur im Euro-Raum an. Da sie diesen Wert nach eigener Prognose noch längere Zeit verfehlen wird und zudem die Konjunktur abkühlt, hat sie höhere Strafzinsen auf Bankeinlagen und die Wiederaufnahme von Anleihekäufen beschlossen. Das soll Wirtschaft und Inflation anschieben.

Geldpolitik

Frankfurt, 24.10.2019 (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) will wegen der anhaltenden Konjunkturschwäche im Euro-Raum ihre Leitzinsen in absehbarer Zeit nicht erhöhen. Die Zinsen würden noch solange auf dem derzeitigen Niveau oder tiefer liegen, bis sich die Inflationsaussichten wieder deutlich der Marke von knapp zwei Prozent annäherten, teilten die Währungshüter um ihren scheidenden Notenbank-Chef Mario Draghi am Donnerstag mit. Eine geldpolitische Wende, wie sie vor allem in Deutschland häufig gefordert wird, wird es damit vorerst nicht geben. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Die Euro-Notenbank hatte letztmalig im Jahr 2011 ihre Zinsen erhöht.

Digitalwährung

Washington, 18.10.2019 (Reuters) - Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat seine skeptische Haltung gegenüber der geplanten Facebook-Digitalwährung bekräftigt, aber stärker als zuletzt die Notwendigkeit von Änderungen in der Finanzbranche betont. "Die Kritik daran reißt nicht ab", sagte Scholz am Freitag bei der IWF-Tagung in Washington mit Blick auf das Libra-Projekt des weltgrößten Internet-Netzwerks. Er selbst sei skeptisch, weil private Firmen keine Währungen ausgeben sollten, die dann in Konkurrenz zum Euro oder Dollar stünden. "Man kann davon ausgehen, dass das auf keine Gegenliebe der Staatengemeinschaft trifft." Es müsse verhindert werden, dass hier eine neue Weltwährung etabliert werde.

Studie

Hamburg, 17.10.2019 (dpa) - Die Banken in Deutschland suchen nach Spielraum für nötige Investitionen in ihre Digitalprogramme. 78 Prozent streben eine technologische Vorreiterrolle innerhalb der Branche an. Genauso viele wollen parallel die Kosteneffizienz signifikant steigern. Der Spielraum wird allerdings künftig noch enger: Zwar erwarten zwei Drittel der Entscheider, dass sich die Kreditinstitute in Deutschland bis 2022 besser oder genauso entwickeln werden wie die Gesamtwirtschaft. Angesichts einer sich insgesamt abkühlenden Konjunktur erwarten die Banken allerdings in absoluten Zahlen gerechnet keine großen Ertragssprünge. Das ergibt die Studie "Branchenkompass Banking 2019" von Sopra Steria Consulting, für die 100 Entscheider der Bankenbranche befragt wurden.