Verbraucherschutz

Bad Homburg/Stuttgart, 26.06.2017 (dpa) - Die Wettbewerbszentrale geht erneut gegen aus ihrer Sicht irreführende Werbung einer Bank vor. Für das «gebührenfreie» Girokonto der Sparda-Bank Baden-Württemberg müsse der Kunde zunächst zehn Euro zahlen, um eine Bankkarte zu bekommen und so das Konto vollumfänglich nutzen zu können, argumentierte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg am Montag.

Bankenrettung

Berlin, 26.06.2017 (Reuters) - Das Bundesfinanzministerium sieht keine Konsequenzen aus der Rettung zweiter italienischer Geldhäuser für den Bankenrettungsfonds in Europa. Sie wolle keinen Schluss aus diesen Einzelfällen auf den Abwicklungsfonds auf EU-Ebene ziehen, sagte Ministeriumssprecherin Friederike von Tiesenhausen am Montag in Berlin. Es sei hier nicht das europäische Recht angewendet worden, sondern nationales Insolvenzrecht. "Insofern verbieten sich da Schlussfolgerungen von diesem Fall auf das Resolutionsregime in Europa." Hauptziel der neuen Bankenregulierung sei es, den Steuerzahler zu schützen.

Wirtschaftsforschung

München, 26.06.2017 (dpa) - Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Höhenflug fort. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juni weiter von 114,6 auf 115,1 Punkte und überbot damit den Rekordwert des Vormonats. Die Unternehmen beurteilten ihre Geschäftslage noch einmal deutlich besser und zeigten sich noch optimistischer für das kommende halbe Jahr, teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Montag in München mit.

Aktivgeschäft

Frankfurt/Main, 26.06.2017 – Das von KfW Research geschätzte Kreditneugeschäft (der deutschen Banken und Sparkassen) mit Unternehmen und Selbstständigen hat im 1. Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum überraschend stark um 3,1 % zugelegt, nachdem es bereits im Schlussquartal 2016 um 2,6 % gewachsen war. Die Chancen stehen gut, dass der Kreditmarkt den Schwung mit in den Sommer nimmt. Ein Mix aus mehreren Faktoren treibt die positive Entwicklung: Zu guter Konjunktur und der Erwartung steigender Kreditkosten gesellt sich bei gleichzeitigem Verblassen politischer Risiken in Europa nun auch eine immer höhere Investitionsneigung der Unternehmen.

Bezahlsysteme

Frankfurt, 22.06.2017 (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) will ein System für Zahlungen in Echtzeit im gesamten Euro-Raum entwickeln. Das neue Abwicklungssystem TIPS soll den Planungen zu Folge im November 2018 an den Start gehen, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Privatpersonen und Firmen sollen dadurch in die Lage versetzt werden, über ihre Bank innerhalb von Sekunden Gelder an den jeweiligen Empfänger zu transferieren. Die Währungshüter wollen so auch die Integration im Euro-Raum vorantreiben und eine Zersplitterung in unterschiedliche nationale Angebote vermeiden.

Firmenkunden

München/Zürich, 22. Juni 2017. Die anhaltend niedrigen Zinsen decken die Schwächen der Banken im bisher noch profitablen Corporate-Banking auf. Weltweit tragen laut der Studie "How Banks Can Turn Around Unprofitable Corporate Clients" der internationalen Managementberatung Bain & Company derzeit lediglich rund 20 Prozent der Firmenkunden zum Gewinn einer multinationalen Bank bei. 50 Prozent kreisen um den Break-Even, 30 Prozent sind Verlustbringer. Der Gewinn könnte indes schon deutlich steigen, würde eine Bank bei ihren unprofitabelsten Kunden, dies sind etwa 1 Prozent, kostendeckende Preise erheben oder sich von ihnen trennen.

EU

Berlin, 20.6.2017 (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich offen für einen Euro-Finanzminister und ein eigenes Budget für die Währungsgemeinschaft gezeigt. "Man kann natürlich über einen gemeinsamen Finanzminister nachdenken, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", sagte Merkel am Dienstag auf dem Tag der deutschen Industrie in Berlin. Wichtig sei dabei, Risiken, Entscheidungsmöglichkeiten und Haftungen in einer Hand lassen. Die Vergemeinschaftung von Risiken in der Euro-Zone lehnte Merkel ab. "Man kann sehr wohl über ein Eurobudget nachdenken, wenn klar ist, dass man damit wirklich Strukturen stärkt und sinnvolle Dinge macht", sagte sie. Sehr viel skeptischer äußerte sich dagegen FDP-Chef Christian Lindner.

Preismanagament

Reutlingen, 13.06.2017 (dpa) - Verbraucherschützer nehmen die Volksbank Reutlingen wegen angekündigter Strafzinsen ins Visier. Man habe die Bank per Abmahnung aufgefordert, das zu unterlassen, teilte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg am Dienstag in Stuttgart mit. Kürzlich war publik geworden, dass die Volksbank pro Jahr 0,5 Prozent Minuszinsen unter anderem auf komplette Guthaben auf dem Girokonto und ab 10 000 Euro auf dem Tagesgeldkonto berechnen könnte. Dies hatte sie per Preisaushang angekündigt - derzeit werden solche Zinsen der Bank zufolge aber noch nicht berechnet.

Privatkundengeschäft

Frankfurt, 12.06.2017 (Reuters) - Private Bankkunden in Deutschland müssen sich weiterhin auf steigende Gebühren einstellen. 32 Prozent der deutschen Banken wollen nach einer Umfrage der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) noch in diesem Jahr die Gebühren für Girokonten, Überweisungen, Kreditkarten oder Abhebungen erhöhen oder haben das bereits getan. Allein 27 Prozent wollen mehr Geld für das Girokonto nehmen. EY-Managing Partner Claus-Peter Wagner findet das auch richtig: "Sie tun gut daran, neue Einnahmequellen zu identifizieren." Schließlich verdienten die Banken wegen der niedrigen Zinsen und der teuren Regulierung deutlich weniger als vor der Finanzkrise, sagte Wagner am Montag bei der Vorstellung des "EY Bankenbarometer" in Frankfurt.

Finanzpolitik

20170531161208 MAR 6847-01Berlin, 31.05.2017 (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, nach dem Brexit die EU-Aufsichtsbehörde für Banken nach Frankfurt zu holen. Deutschland fühle sich dafür "sehr prädestiniert", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin und verwies auf das Vorbild der deutschen Aufsicht Bafin in Frankfurt am Main.

EZB

Frankfurt, 29.05.2017 (Reuters) - Die Kreditvergabe an Unternehmen zieht im Zuge der EZB-Geldschwemme immer mehr an. Banken vergaben im April 2,4 Prozent mehr Darlehen an Firmen außerhalb des Finanzsektors als noch vor Jahresfrist, wie die EZB am Montag in Frankfurt mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Mitte 2009. Im März hatte der Zuwachs bei 2,3 Prozent gelegen. An Privathaushalte im Währungsraum reichten die Geldhäuser im April ebenfalls 2,4 Prozent mehr aus.