Geldpolitik

Frankfurt, 13.10.2017 (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Ausstieg aus dem Kaufprogramm für Anleihen laut Kreisen offenbar mit einer vergleichsweise starken Reduzierung starten. Die Notenbank erwäge ihre monatlichen Anleihekäufe ab Januar mindestens um die Hälfte zu kürzen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag und berief sich auf namentlich nicht genannte Personen, die mit der Diskussion vertraut seien. Das eingeschränkte Kaufprogramm solle im kommenden Jahr noch mindestens neun Monate fortgesetzt werden, hieß es weiter.

Regulierung

London, 10.10.2017 (Reuters) - Im zähen Ringen um eine Reform der weltweiten Kapitalvorschriften für Banken steuern die USA und Europa Insidern zufolge auf einen Kompromiss zu. Beim Hauptstreitpunkt - inwieweit Großbanken die Risiken in ihren Bilanzen mit internen Modellen herunterrechnen dürfen, um Kapital zu sparen - könne man sich wohl in der Mitte treffen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen aus Aufsichtsbehörden und Banken der Nachrichtenagentur Reuters.

Firmenkunden

Das von KfW Research geschätzte Kreditneugeschäft der deutschen Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen gewinnt weiter an Tempo: Im 2. Quartal 2017 hat es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit +4,8 % erneut stark zugelegt, nachdem bereits im Vorquartal die Wachstumsrate bei +2,9 % gelegen hatte. Zurzeit entwickelt sich die Kreditvergabe damit so dynamisch wie seit Beginn der Finanzmarktkrise nicht mehr. Und das aus einem deutlich erfreulicheren Grund: Hatte vor zehn Jahren der abrupte Wirtschaftsabschwung zur Folge, dass Unternehmen aufgrund von Liquiditätsengpässen verstärkt kurzfristige Kredite in Anspruch nehmen mussten, so spiegelt die aktuelle Belebung die anhaltend robuste Konjunktur in Deutschland wider, die zu steigender Investitionsneigung – und damit einhergehend Kreditnachfrage – führt.

Wettbewerber

Berlin/Paris, 05.10.2017 (dpa) – Seit Wochen wird über einen Verkauf der Commerzbank-Anteile des Bundes spekuliert. Als ein möglicher Interessent wird immer wieder die französische Großbank BNP Paribas genannt. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums wollte dies am Donnerstag nicht kommentieren. Sie bekräftigte, dass nicht über einen Verkauf der Bundesanteile verhandelt werde: "Unsere Position zur Commerzbank war und ist unverändert. Wir stehen nicht unter Zeitdruck." Ziel sei es, für den Steuerzahler "perspektivisch ein gutes wirtschaftliches Ergebnis" zu erzielen.

Bankrecht

Frankfurt am Main, 4.10.2017 (Reuters) - Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat einem Medienbericht zufolge beim Landgericht Wiesbaden Anklage wegen umstrittener Cum-Ex-Geschäfte erhoben. Mehrere frühere Aktienhändler der HypoVereinsbank (HVB) und ein Rechtsanwalt würden der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall beschuldigt, berichteten die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR. Damit könnte es zum ersten Strafprozess in Deutschland wegen dieser Aktien-Deals kommen. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Landgericht Wiesbaden sagten am Mittwoch, sie dürften aus rechtlichen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft erteilen.

Finanzbranche

München/Zürich, 20.09.2017 – Kapitalerhöhungen, Teilverkäufe, Abbau von Risiken und Personal: Die europäischen Banken haben in den vergangenen zehn Jahren viele Register gezogen, um die Finanzkrise hinter sich zu lassen. Doch nur 38 Prozent der größeren Institute in Europa stehen gut da. Dagegen ist der Zustand von mehr als einem Viertel äußerst besorgniserregend. Das zeigt die Studie "Battle of the Banks: The Fight for Profitable Business Models in Europe" der internationalen Managementberatung Bain & Company, für die insgesamt 111 Kreditinstitute analysiert wurden.

EU

London, 14.09.2017 (Reuters) - Die Europäische Kommission spricht sich für eine Zentralisierung der Finanzmarktaufsicht in der Europäischen Union (EU) aus. Die nationalen Aufsichtsbehörden sollten alle die gleichen Prioritäten verfolgen, sagte der Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Donnerstag in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Er forderte zugleich, die Banken sollten die Kosten für die Aufsicht durch Behörden wie die Europäische Finanzmarktaufsicht (ESMA) mittragen.

EU

Straßburg/Berlin, 13.09. 2017 (Reuters) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will bei neuen Steuergesetzen in Europa das Tempo erhöhen und die Blockade einzelner Länder aushebeln. Zugleich trat er bei der in Deutschland umstrittenen Einführung einer gemeinsamen Einlagensicherung für Bankguthaben auf die Bremse: "Eine gemeinsame Einlagensicherung kann es nur dann geben, wenn jeder seine nationalen Hausaufgaben erledigt", sagte Juncker am Mittwoch in einer Grundsatzrede zur Lage der Europäischen Union vor dem EU-Parlament in Straßburg. Die Bankenunion, die mit der gemeinsamen Absicherung vollendet werden soll, funktioniere nur, wenn die Begrenzung und das Teilen von Risiken Hand in Hand gingen. Deshalb müssten Vorbedingungen erfüllt werden, die von der EU-Kommission im November 2015 vorgeschlagen worden seien, sagte Juncker. Die EU-Einlagensicherung (Edis) stößt in der Bundesregierung und bei deutschen Banken auf Skepsis, weil sie eine gemeinsame Haftung fürchten, wenn Geldhäuser in anderen Mitgliedsländern in Schieflage geraten.

Preispolitik

Karlsruhe, 12.09.2017 (Reuters) - Der Bundesgerichtshof hat erneut verschiedene Bankgebühren gekippt. Einige der beanstandeten Entgelte hätten sich nicht an den tatsächlichen Kosten orientiert, urteilte das Gericht am Dienstag. Die Kunden würden daher unangemessen benachteiligt. (AZ: XI ZR 590/15) Verbraucherschützer hatten gegen mehrere Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Sparkasse Freiburg geklagt. Demnach mussten Kunden etwa fünf Euro zahlen, wenn sie per Post über eine abgelehnte Überweisung informiert wurden.

Geldpolitik

Frankfurt/Main, 06.09.2017 (dpa) - Der Druck aus Deutschland auf die Europäische Zentralbank (EZB) zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wächst. «Die Zeit des billigen Geldes in Europa sollte enden - trotz des starken Euro», forderte Deutsche-Bank-Chef John Cryan bei einer Bankentagung am Mittwoch in Frankfurt. Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon bekräftigte, jetzt sei der Zeitpunkt, «dass man umkehrt und wieder normale Verhältnisse ins Ziel nimmt».