Studie

Hamburg, 17.10.2019 (dpa) - Die Banken in Deutschland suchen nach Spielraum für nötige Investitionen in ihre Digitalprogramme. 78 Prozent streben eine technologische Vorreiterrolle innerhalb der Branche an. Genauso viele wollen parallel die Kosteneffizienz signifikant steigern. Der Spielraum wird allerdings künftig noch enger: Zwar erwarten zwei Drittel der Entscheider, dass sich die Kreditinstitute in Deutschland bis 2022 besser oder genauso entwickeln werden wie die Gesamtwirtschaft. Angesichts einer sich insgesamt abkühlenden Konjunktur erwarten die Banken allerdings in absoluten Zahlen gerechnet keine großen Ertragssprünge. Das ergibt die Studie "Branchenkompass Banking 2019" von Sopra Steria Consulting, für die 100 Entscheider der Bankenbranche befragt wurden.

Marktstrukturen

Frankfurt, 08.10.2019 (Reuters) – Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Dekabank sollen zu einer Großbank der Sparkassen-Finanzgruppe fusionieren. Die Helaba und das Wertpapierhaus der Sparkassen sollen Gespräche "zur Prüfung einer vertieften Zusammenarbeit bis hin zu einer Zusammenführung aufnehmen", sagte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) am Dienstag. Die Verbandspräsidenten und Landesobleute hätten in einer gemeinsamen Sitzung einem entsprechenden Vorschlag zugestimmt. Damit kommen die Sparkassen auf dem langen Weg zu einem Zentralinstitut einen Schritt voran.

NPL

Frankfurt, 07.10.2019 (Reuters) – Die EZB will auch im kommenden Jahr den Abbau fauler Kredite bei den Geldhäusern zu einer ihrer Hauptaufgaben in der Bankenaufsicht machen. Insgesamt sollen die drei Schwerpunkte Bilanzsanierung, Stärkung der Widerstandsfähigkeit sowie der Umgang der Institute mit dem Brexit ganz oben auf der Liste stehen, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte. Damit wollen die Kontrolleure erreichen, dass die Institute in der Euro-Zone mit den maßgeblichen Gefahren für ihre Geschäfte zurechtkommen. Dazu zählen sie unter anderem die Folgen der sich abzeichnenden Konjunkturabkühlung. Denn damit steigen für die Banken die Kreditrisiken. Zudem trüben sich die Ertragsaussichten ein.

Zahlungsverkehr

Kronberg, 02. Oktober 2019 – Beim Thema Zahlungsverkehr sind die Gewinne von traditionellen Banken gefährdet: Bis zum Jahr 2025 können Geldhäuser weltweit rund 280 Milliarden US-Dollar (15%) verlieren. Gründe dafür sind das starke Wachstum neuer digitaler Bezahlmöglichkeiten auf Basis von Instant Payments, die zunehmende Konkurrenz sogenannter Nicht-Banken und ein sich weiter verstärkender Preisdruck. Für deutsche Banken fällt die Prognose im internationalen Vergleich besonders schlecht aus. Hierzulande stehen für Banken und Sparkassen im gleichen Zeitraum rund 6,7 Milliarden Euro jährlich auf dem Spiel. Das zeigt der Payments Survey 2019 des Beratungsunternehmens Accenture, für den 240 Zahlungsverkehrsexperten von Banken in 22 Ländern befragt wurden.

BI im Gespräch

Seit Ende 2018 laufen die Arbeiten an der Strategieagenda. Die BI hat sich mit BVR-Bereichsleiter Dr. Ruben Lanzerath unterhalten, wie der Stand der Dinge aussieht. Der Projektverantwortliche gibt einen Einblick in die ersten Zwischenresultate des Projekts und erklärt auch, was die Strategieagenda sein soll – und was nicht.

Konsolidierung

Frankfurt/Main, 27.09.2019 (dpa) - Sparen, schrumpfen, stutzen - viel mehr scheint Bankmanagern im Dauerzinstief nicht mehr einzufallen. Nun auch bei der Commerzbank: Deutschlands zweitgrößte Privatbank weiß sich in der Branchenkrise nicht anders zu helfen und baut Tausende Stellen ab. 200 Geschäftsstellen und damit ein Fünftel seines Filialnetzes will der MDax-Konzern schließen und seine jährlichen Kosten um 600 Millionen Euro senken.

Unternehmensstrategie

Frankfurt, 27.09.2019 (Reuters) - Zum vierten Mal innerhalb eines Jahrzehnts versucht die Commerzbank den Befreiungsschlag. Drei Mal ging der groß angekündigte Strategieschwenk nicht auf. Auch dieses Mal glaubt kaum jemand daran, dass Bankchef Martin Zielke das Ruder herumreißen kann. Am Ende des Konzernumbaus, dem 4300 Jobs zum Opfer fallen, soll eine im Branchenvergleich magere Rendite von vier Prozent stehen. Die Radikalkur kann nach Meinung von Experten nur ein Zwischenschritt sein für eine spätere Konsolidierung. Nicht auszuschließen also, dass irgendwann wieder eine Hochzeit auf den Tisch kommt mit der Deutschen Bank, die auch gerade abspeckt. Oder mit jemand anderem.

EZB-Direktorium

Berlin, 25.09.2019 (Reuters) - Die EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger tritt vorzeitig zurück. Lautenschläger wird die Europäische Zentralbank (EZB) bereits am 31. Oktober verlassen. Damit räume sie rund zwei Jahre vor dem regulären Ende ihrer Amtsperiode den Posten, teilte die EZB am Mittwochabend mit. Lautenschläger ist seit Januar 2014 Mitglied des EZB-Direktoriums. Gründe für den Rücktritt nannte die EZB zunächst nicht. EZB-Chef Mario Draghi dankte Lautenschläger laut Pressemitteilung "für ihre bedeutende Rolle beim Aufbau und der Steuerung der europaweiten Bankenaufsicht".

Markenkommunikation

Berlin, 25.09.2019 - Im Frühjahr dieses Jahres rief der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) im Auftrag seiner Mitgliedsbanken zur Suche einer „Full-Thinking-Kreativ-Leadagentur“ auf. Das Hauptstadtbüro DDB Berlin konnte jetzt in einem mehrstufigen Pitch-Verfahren den Spitzenverband und dessen Gremien und Mitglieder überzeugen.

LSI-Stresstest

Frankfurt/Main, 23.09.2019 (dpa) – Immer mehr Geldhäuser schließen angesichts der Dauerbelastung durch das Zinstief Minuszinsen für Kunden nicht mehr aus. Mehr als 40 Prozent der kleinen und mittleren Institute in Deutschland planen einer Umfrage von Bafin und Bundesbank zufolge mittelfristig die Weitergabe von negativen Zinsen. Bei der letzten Erhebung vor zwei Jahren waren es erst 24 Prozent. Nach derzeitigen Planungen würden 9 Prozent auch Einlagen von Privatkunden nicht verschonen.

Retail-Strategie

Frankfurt/Main, 20.09.2019 (dpa) - Stellenabbau, Filialschließungen und Verkauf von Tafelsilber: Mit harten Einschnitten will sich die Commerzbank gegen Zinstief und Ertragsschwäche stemmen. Seit Freitag liegen die Eckpunkte des Plans für die nächsten Jahre auf dem Tisch, Entscheidungen sollen in der nächsten Woche fallen.