Landesbankprivatisierung

Kiel/Berlin, 28.02.2018 (Reuters) - Erstmals wird in Deutschland eine Landesbank privatisiert: Die in der Finanzkrise in schwere Not geratene HSH Nordbank soll 15 Jahre nach ihrer Gründung an ein Konsortium um die US-Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers verkauft werden. Für 94,9 Prozent der Anteile zahlen sie eine Milliarde Euro. Hamburg und Schleswig-Holstein besiegelten den Deal am Mittwoch in einer gemeinsamen Kabinettssitzung in Kiel. "Wir ziehen einen Schlussstrich unter den Ausflug der Länder in die Geschäftsbankenwelt", sagte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther. Das Engagement sei "sehr teuer für den Steuerzahler geworden". Der Vertrag ist unterzeichnet. Allerdings muss der Verkauf noch von beiden Landesparlamenten und der EU-Kommission abgesegnet werden.

Digitalwährungen

Frankfurt/Berlin, 28.02.2018 (dpa-AFX) - Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat sich gegen ein Verbot von Kryptowährungen ausgesprochen. Für digitale Währungen wie Bitcoin sollte es zwar klare gesetzliche Regelungen geben, diese dürften aber nicht auf Kosten der Technologie dahinter erfolgen. "Das Fehlen klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen kann genauso wie ein Zuviel an Regulierung den Erfolg der Blockchain-Technologie gefährden", teilte der Verband am Mittwoch mit.

Ratenkreditgeschäft

Berlin, 26.2.2018 (dpa) - Der Preiskampf bei Ratenkrediten zieht die Zinsen noch tiefer in den negativen Bereich. Nachdem das Vergleichsportal Check24 am Montag einen Kredit mit einem effektiven Jahreszins von minus 1,5 Prozent bewarb, senkte Konkurrent Smava den Zinssatz bei seinem Vorzeigeprodukt auf minus 3,0 Prozent. Allerdings ist die Kreditsumme in beiden Fällen auf 1000 Euro begrenzt und nur Verbraucher mit guter oder sehr guter Bonität können den Kredit in Anspruch nehmen. Sie müssen am Ende dank Negativzinsen weniger Geld zurückzahlen, als sie aufgenommen haben.

Bankenunion

Berlin, 23.02.2018 (Reuters) - Trotz des Widerstands deutscher Banken hält der EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis an der Idee einer europäischen Einlagensicherung fest. Durch eine solche Sicherung werde das Vertrauen der Sparer gestärkt, was wiederum die Gefahr eines Bankenansturms in der EU verringern würde, sagte der für den Euro-Raum zuständige Dombrovskis am Freitag auf einer Konferenz des "Handelsblatts" in Berlin laut Redetext. Dadurch ergebe sich ein zweiter Vorteil: "Ein geringeres Risiko eines Bankenansturms bedeutet, dass es mehr Zeit für eine geordnete Abwicklung gibt". Das Ergebnis sei, dass weniger auf Steuergelder zur Rettung von Banken zurückgegriffen werden müsse sowie das Bankensystem und die gemeinsame Währung stabiler würden.

Retail-Banking

Frankfurt, 21.02.2018 (Reuters) - Die Postbank hat vor ihrer Eingliederung in die Deutsche Bank ein kräftiges Ergebnisplus eingefahren. Wie das Bonner Institut am Mittwoch mitteilte, stieg der Gewinn im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent auf knapp 650 Millionen Euro. Gründe für den Sprung um rund 190 Millionen Euro waren steigende Provisionserträge, eine höhere Kreditvergabe und der Sparkurs. Postbank-Chef Frank Strauß, der inzwischen in den Vorstand der Deutschen Bank eingezogen ist, äußerte sich zufrieden: "Wir konnten unsere wirtschaftliche Basis weiter stärken, um künftig einen guten Beitrag zum Erfolg der zusammengeführten Geschäfte mit der Deutschen Bank zu leisten."

Regulierung

Brüssel, 20.02.2018 (Reuters) - Bundesfinanzminister Peter Altmaier fordert vor den nächsten Schritten bei der Bankenunion einen EU-weiten Abbau der Gefahrenposten in den Bilanzen der Geldhäuser.

Digitalwährung

Berlin, 15.02.2018 (dpa) - Die Mehrheit der Menschen in Deutschland weiß mit dem Begriff Bitcoin etwas anzufangen, aber nur eine sehr kleine Minderheit hat schon praktische Erfahrungen mit der Digitalwährung gesammelt. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage, die der Branchenverband Bitkom in Auftrag gegeben hat. Rund zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten gaben an, dass sie schon einmal etwas von Bitcoin gehört haben. Nur vier Prozent haben Bitcoin bereits erworben oder genutzt.

Währungsmarkt

Dubai, 15.02.2018 (Reuters) - Die Zentralbank in Saudi-Arabien baut ihr Geschäft im Kryptowährungsbereich aus. Sie schloss eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Ripple, das eine Cyberdevise und eine dazugehörige Blockchain-Technologie anbietet, über die Banken Zahlungsdienstleistungen abwickeln können, wie die Behörde des Landes mitteilte. Das Pilotprogramm sei weltweit das erste seiner Art, das von einer Zentralbank unterstützt werde. Für die saudiarabischen Banken bedeute dies, dass sie Gelder kostengünstiger, schneller und transparenter in andere Länder verschieben könnten, fügte Ripple hinzu.

Bundesbank-Studie

Frankfurt/Main, 14.02.2018 (dpa) - Bargeld bleibt trotz aller technischen Neuerungen das beliebteste Zahlungsmittel der Bundesbürger. «Die Liebe der Deutschen zum Bargeld (...) ist ungebrochen», stellte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Mittwoch in Frankfurt fest.

Europa

Berlin, 30. Jan (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt offenbar beim deutschen Nein zu einer gemeinsamen Sicherung der Bankeinlagen in Europa. Sie habe in einer Unions-Fraktionssitzung am Dienstag erklärt, dass sich an der Position der Bundesregierung nichts geändert habe, sagte ein Teilnehmer der Sitzung. Es solle erst über eine gemeinsame Einlagensicherung gesprochen werden, wenn es zu einer Reduzierung der Bankenrisiken auf nationaler Ebene gekommen sei. Merkel reagierte damit auf Zeitungsberichte, wonach sich die Position der Bundesregierung in der Frage verändert habe.

Einen solchen Kurswechsel gebe es nicht, sagte Merkel dem Sitzungsteilnehmer zufolge. Die Regierung habe sich "keinen Millimeter" von ihrer bisherigen Position wegbewegt.

Europäische Währungsunion

Berlin/Brüssel, 17.01.2018 (dpa) - Angesichts der Risiken für eine neue Finanzkrise fordern deutsche und französische Ökonomen grundsätzliche Reformen in der Eurozone. «Die Europäische Währungsunion hat nach wie vor erhebliche Schwächen, ihre institutionelle und finanzielle Architektur ist instabil», heißt es in einem Papier, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.