Genossenschaftliche Zentralbank

Frankfurt, 12.12.2017 (Reuters) - Die DZ Bank stellt Insidern zufolge ihre vor allem wegen fauler Schiffskredite unter Druck stehende Tochter DVB Bank zum Verkauf. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, angepeilt würden entweder ein Komplettverkauf oder eine Zerschlagung verbunden mit dem Verkauf der Einzelteile. Noch sei nichts entschieden. Insidern zufolge berät die US-Investmentbank Goldman Sachs das Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken bei dem Deal. Die DZ Bank, die DVB und Goldman Sachs lehnten eine Stellungnahme ab.

Kontoverträge

Tübingen, 8.12.2017 (dpa) - Bei neu angelegten Konten hält das Landgericht Tübingen Negativzinsen für Kleinsparer für zulässig. Problematischer sei dies bei alten Kontoverträgen, argumentierten die Richter am Freitag in Tübingen. Bei der Verhandlung ging es um die Frage, ob Banken Negativzinsen für Sparguthaben ihrer Kunden berechnen dürfen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte gegen die Volksbank Reutlingen geklagt, weil diese Negativzinsen auf Guthaben von Privatkunden für die Zukunft nicht ausschließen wollte. Eine Klausel zu Negativzinsen hatte die Bank allerdings nach dem Protest der Verbraucherschützer aus ihrem Preisverzeichnis gestrichen.

Renommierte Auszeichnung

Aachen, 8.12.2017 (dpa) - Der französische Staatspräsident und bekennende Europafreund Emmanuel Macron erhält für seine Verdienste um die Europäische Gemeinschaft in turbulenten Zeiten den Karlspreis 2018. Der 39-Jährige vertrete eine «kraftvolle Vision von einem neuen Europa», erklärten die Stadt Aachen und das Karlspreis-Direktorium am Freitag. Die Auszeichnung wird im Mai an Christi Himmelfahrt in Aachen übergeben.

Kapitalregeln

Frankfurt/Main, 7.12.2017 (dpa) - Mit einer weiteren Verschärfung der Kapitalregeln für Banken wollen Aufseher und Notenbanker rund um den Globus das Finanzsystem sicherer machen. Nach monatelangem Streit einigten sich Europäer und Amerikaner auf einen Kompromiss zur Ausgestaltung der nach der jüngsten Finanzkrise eingeführten sogenannten Basel-III-Regeln.

Ausstiegsperspektive

Frankfurt, 06.12.2017 (Reuters) - In der EZB-Führung wird auf dem langen Weg zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der nächste Schritt in den Blick genommen. An den Märkten dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass ein Ausstieg aus den Anleihenkäufen permanent hinausgeschoben werde, sagte EZB-Direktor Yves Mersch am Mittwoch in Frankfurt. Zwar könne ein zu rasches Ende der Käufe zu Marktturbulenzen führen. Aber je länger das Programm andauere, desto größer würden die Gefahren. "Zur Eindämmung dieser Risiken bedarf es einer glaubhaften Perspektive für den Ausstieg", betonte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Notenbank.

Finanzpolitik

Brüssel, 06.12.2017 (dpa) - Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen bringt die EU-Kommission eine ganze Reihe von Reformen auf den Weg. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) soll nach ihrem Willen in einen Europäischen Währungsfonds (EWF) umgewandelt werden. Zudem solle das Amt eines EU-Finanzministers eingerichtet werden, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten den Vorschlägen zustimmen. Bereits vorab gab es erheblichen Gegenwind für die Projekte. Das «Nikolauspaket» von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dürfte nun jahrelang für sehr kontroverse Debatten sorgen.

Organisation

Frankfurt, 05.12.2017 – Noch immer kommt die Digitalisierung bei den Banken nicht schnell genug voran. Der Grund dafür liegt in der eigenen Organisation, die häufig in überholtem Denken und nicht zeitgemäßen Strukturen gefangen ist. Dies zeigt eine aktuelle Studie der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro unter 138 Experten.

Wirtschaftsausblick

Brüssel/Athen, 01.12.2017 (dpa) - Ausgerechnet Alexis Tsipras: Der griechische Premierminister, der 2015 als Kämpfer gegen Europas Spardiktat antrat und die Eurozone an den Rand des Zusammenbruchs führte, könnte sein Land und letztlich die gesamte Währungsunion im kommenden Jahr aus den Wirren der Finanzkrise führen. Geht alles glatt, könnte Griechenland nach fast einem Jahrzehnt wieder ohne Hilfsgelder auskommen. Auch im Rest Europas geht es mittlerweile deutlich aufwärts. Doch die wirtschaftliche Erholung könnte auf tönernen Füßen stehen. Ein Aus- und Überblick über die wirtschaftspolitische Großwetterlage.

Geldpolitik

Frankfurt, 30.11.2017 (Reuters) - Die Bundesbank rechnet nicht mit einer raschen Einführung eines digitalen Zentralbankgelds im Euro-Raum. Von digitalem Bargeld könnten erhebliche Konsequenzen für das Finanzsystem und die Finanzstabilität ausgehen, die aus heutiger Sicht nicht abschätzbar seien, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Berlin laut Redetext. "Deshalb ist die Emission digitalen Zentralbankgeldes aus unserer Sicht in einem vorhersehbaren Zeitraum keine realistische Option." Thiele ist im Bundesbank-Vorstand unter anderem für Zahlungsverkehr zuständig.

Zahlungsverkehrsstudie

Frankfurt/Main, 24.11.2017 (dpa) - In Deutschland haben Verbraucher laut einer Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) so viel Bargeld in der Brieftasche wie in keinem anderen Land der Eurozone. 2016 trugen die Bundesbürger im Schnitt 103 Euro bei sich - im Mittel der Euroländer waren es nur 65 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen Luxemburg (102 Euro) und Österreich (89). Am wenigsten Bargeld im Portemonnaie haben Portugiesen (29), Franzosen (32) und Letten (41).

Zahlungsverkehrsrecht

Karlsruhe, 22.11.2017 (dpa) - Bei einem Internet-Einkauf über Paypal hat im Streitfall nicht der Online-Bezahldienst das letzte Wort. Verkäufer können den Kunden trotz Paypal-Käuferschutzes später auf Zahlung in Anspruch nehmen, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe.