Geldpolitik

Frankfurt/Main (dpa) - Kurz vor Ende seiner Amtszeit zieht EZB-Präsident Mario Draghi noch einmal alle Register - zum Leidwesen von Sparern und Banken: Höhere Strafzinsen für Banken, frische Milliarden für Anleihenkäufe und ein auf unbestimmte Zeit zementiertes Zinstief. Mit dem am Donnerstag beschlossenen gewaltigen Maßnahmenpaket stemmt sich die Europäische Zentralbank (EZB) gegen die Konjunkturschwäche.

Wirtschaftswachstum

Berlin, 12.09.2019 (Reuters) - Das Ifo-Institut senkt wegen der kriselnden Industrie seine Prognosen für das Wachstum der deutschen Wirtschaft. "Der deutschen Wirtschaft droht eine Rezession", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Donnerstag. "Die Schwäche in der Industrie breitet sich wie ein Ölfleck nach und nach in andere Wirtschaftszweige aus, wie beispielsweise in die Logistik." Für 2019 wurde die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,6 auf 0,5 Prozent gesenkt, für 2020 von 1,7 auf 1,2 Prozent. Im laufenden Sommerquartal soll die Wirtschaft erneut um 0,1 Prozent schrumpfen, womit sie erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in einer Rezession stecken würde.

Banken-IT

Bonn, 11.09.2019 (Reuters) - IT-Pannen werden für deutsche Banken ein immer größeres Problem. "Uns sind in den letzten zwei Jahren knapp 500 IT-Sicherheitsvorfälle gemeldet worden", sagte Bafin-Experte Jens Obermöller am Mittwoch bei einem Pressegespräch der Finanzaufsicht in Bonn. Hackerangriffe seien dabei die absolute Ausnahme. "Der Großteil ist auf hausinterne Schwächen der Banken zurückzuführen." Grund für die Pannen sei unter anderem die immer komplexere IT sowie die bei vielen Geldhäusern in die Jahre gekommene Technik. "Es wird eine Zeit brauchen, um hier den Übergang auf die modernen Systeme zu schaffen."

Markenkommunikation

Berlin, 09.09.2019 ─ Für die Kommunikation digitaler und typisch genossenschaftlicher Leistungen erhalten die Volksbanken und Raiffeisenbanken prominente Unterstützung: von der Band „Die Fantastischen Vier“. Es sind Partner auf gleicher Wellenlänge: Die Fantastischen Vier als erfolgreiche Band und Urgestein des deutschen Raps mit 30 Jahren Bühnenpräsenz und die Volksbanken und Raiffeisenbanken mit ihrer Tätigkeit seit über 175 Jahren als Urgestein des Bankings. So stehen die Musiker ab Oktober Innovationen wie digitalen Karten, Kwitt, Multibanking sowie Klassikern wie der genossenschaftlichen Beratung oder dem breiten Filialnetz prominent Pate.

Wettbewerb

München, 05.09.2019 (dpa) - Das Vergleichsportal Check24 macht sich weiter bei Bank-Dienstleistungen breit. Das Münchner Unternehmen habe bei der Finanzaufsicht Bafin bereits im frühen Sommer eine Banklizenz beantragt, sagte Geschäftsführer Christoph Röttele am Donnerstag. Mit der offiziellen Erlaubnis für Geldgeschäfte wie sie auch Großbanken haben, wolle Check24 sein Geschäftsmodell einfacher und schneller vorantreiben. "Wir haben bereits ein Team mit zwei erfahrenen früheren Bank-Managern zusammengestellt", sagte Röttele der dpa. "Wir hoffen auf grünes Licht von der Bafin bis Anfang 2020." Zuvor hatte das Portal Finanz-Szene über die Pläne berichtet.

Marktkonsolidierung

Frankfurt, 04.09.2019 (Reuters) – Commerzbank-Chef Martin Zielke zeigt öffentlich Interesse an der Übernahme einer Sparkasse. "Ich würde gerne, wenn es möglich wäre, in unserem zersplitterten Markt Konsolidierung vorantreiben", sagte Zielke bei einem Bankenkongress in Frankfurt. "Ich würde gerne eine Sparkasse kaufen." Doch bei Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis, der mit Zielke auf dem Podium stand, beißt er auf Granit. "Bei Sparkassen werden wir uns nicht einig, bei Landesbanken können wir darüber reden." Allerdings sei er nicht der Eigentümer der Landesbanken, da müsse Zielke mit anderen reden. Schleweis selbst hat sich auf die Fahnen geschrieben, ein Sparkassen-Zentralinstitut zu schaffen, das nach seinen Vorstellungen anders als die Landesbanken in vollständigen Besitz der Sparkassen sein soll.

Produktpolitik

Frankfurt, 03.09.2019 (Reuters) – Die Bundesbank hält nichts von einem generellen Verbot von Negativzinsen für Sparer. "Natürlich muss der Verbraucherschutz vorbeugen, dass Kunden nicht übervorteilt werden", sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Aber aus der Sicht der Bankenaufsicht müssten Geldhäuser die Spielräume haben, um ihre Kosten und ihre Erträge in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte vor zwei Wochen einen Vorstoß des Freistaats im Bundesrat angekündigt, um Negativzinsen für einen Großteil der Sparer zu verbieten. Einlagen bis 100.000 Euro sollten grundsätzlich von solchen Strafzinsen ausgenommen werden, sagte der CSU-Chef. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will prüfen lassen, ob dies rechtlich überhaupt möglich ist.

Geschäftsstrategie

Frankfurt/Main, 30.08.2019 (dpa) - Die Wettbewerber Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse legen in Hessen in größerem Umfang Filialen zusammen. Deutschlands zweitgrößte Volksbank bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des «Spiegel». Auch die «Welt am Sonntag» berichtete darüber. Für nächsten Dienstag (3.9.) haben die beiden Institute zu einer gemeinsamen Pressekonferenz eingeladen.

Geldpolitik

Frankfurt, 28.08.2019 (Reuters) - Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken haben die EZB aufgefordert, auf der Zinssitzung im September keine neuen geldpolitischen Lockerungen zu beschließen. Weitere Schritte der EZB brächten der Konjunktur immer weniger neue Impulse, verstärkten aber die "schädlichen Nebenwirkungen", erklärte das Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Andreas Martin, am Mittwoch.  Bereits jetzt sei die Ausrichtung der Geldpolitik im Euro-Raum noch lockerer als in Japan, obgleich die Geldpolitik des asiatischen Landes oft als besonders expansiv angesehen werde.

Geldpolitik

Berlin, 28.08.2019 – Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte auf die von ihr im September ins Auge gefasste geldpolitische Lockerung verzichten. Dies fordert der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), der in seinem aktuellen Konjunkturbericht die Geldpolitik des Euroraums und Japans verglichen hat. „Zwar haben sich die Wirtschaftsaussichten im Euroraum in den vergangenen Monaten eingetrübt, vor allem wegen der andauernden internationalen Handelskonflikte, doch ist die Ausrichtung der Geldpolitik bereits heute extrem expansiv", sagt Dr. Andreas Martin, Vorstand des BVR. „Weitere Lockerungsschritte der EZB bringen der Konjunktur immer weniger neue Impulse, verstärkten aber die schädlichen Nebenwirkungen", so Martin weiter.

Geschäftsklima

Berlin, 26.08.2019 (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft steuert immer stärker auf eine Rezession zu: Die Stimmung in ihren Chefetagen verschlechterte sich im August nicht nur den fünften Monat in Folge, sondern fiel zugleich so schlecht aus wie seit November 2012 nicht mehr. Das Barometer für das Geschäftsklima sank um 1,5 auf 94,3 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 95,1 Punkte gerechnet. "Die Anzeichen für eine Rezession in Deutschland mehren sich", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.