Finanzbranche

München/Zürich, 20.09.2017 – Kapitalerhöhungen, Teilverkäufe, Abbau von Risiken und Personal: Die europäischen Banken haben in den vergangenen zehn Jahren viele Register gezogen, um die Finanzkrise hinter sich zu lassen. Doch nur 38 Prozent der größeren Institute in Europa stehen gut da. Dagegen ist der Zustand von mehr als einem Viertel äußerst besorgniserregend. Das zeigt die Studie "Battle of the Banks: The Fight for Profitable Business Models in Europe" der internationalen Managementberatung Bain & Company, für die insgesamt 111 Kreditinstitute analysiert wurden.

EU

London, 14.09.2017 (Reuters) - Die Europäische Kommission spricht sich für eine Zentralisierung der Finanzmarktaufsicht in der Europäischen Union (EU) aus. Die nationalen Aufsichtsbehörden sollten alle die gleichen Prioritäten verfolgen, sagte der Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Donnerstag in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Er forderte zugleich, die Banken sollten die Kosten für die Aufsicht durch Behörden wie die Europäische Finanzmarktaufsicht (ESMA) mittragen.

EU

Straßburg/Berlin, 13.09. 2017 (Reuters) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will bei neuen Steuergesetzen in Europa das Tempo erhöhen und die Blockade einzelner Länder aushebeln. Zugleich trat er bei der in Deutschland umstrittenen Einführung einer gemeinsamen Einlagensicherung für Bankguthaben auf die Bremse: "Eine gemeinsame Einlagensicherung kann es nur dann geben, wenn jeder seine nationalen Hausaufgaben erledigt", sagte Juncker am Mittwoch in einer Grundsatzrede zur Lage der Europäischen Union vor dem EU-Parlament in Straßburg. Die Bankenunion, die mit der gemeinsamen Absicherung vollendet werden soll, funktioniere nur, wenn die Begrenzung und das Teilen von Risiken Hand in Hand gingen. Deshalb müssten Vorbedingungen erfüllt werden, die von der EU-Kommission im November 2015 vorgeschlagen worden seien, sagte Juncker. Die EU-Einlagensicherung (Edis) stößt in der Bundesregierung und bei deutschen Banken auf Skepsis, weil sie eine gemeinsame Haftung fürchten, wenn Geldhäuser in anderen Mitgliedsländern in Schieflage geraten.

Preispolitik

Karlsruhe, 12.09.2017 (Reuters) - Der Bundesgerichtshof hat erneut verschiedene Bankgebühren gekippt. Einige der beanstandeten Entgelte hätten sich nicht an den tatsächlichen Kosten orientiert, urteilte das Gericht am Dienstag. Die Kunden würden daher unangemessen benachteiligt. (AZ: XI ZR 590/15) Verbraucherschützer hatten gegen mehrere Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Sparkasse Freiburg geklagt. Demnach mussten Kunden etwa fünf Euro zahlen, wenn sie per Post über eine abgelehnte Überweisung informiert wurden.

Geldpolitik

Frankfurt/Main, 06.09.2017 (dpa) - Der Druck aus Deutschland auf die Europäische Zentralbank (EZB) zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wächst. «Die Zeit des billigen Geldes in Europa sollte enden - trotz des starken Euro», forderte Deutsche-Bank-Chef John Cryan bei einer Bankentagung am Mittwoch in Frankfurt. Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon bekräftigte, jetzt sei der Zeitpunkt, «dass man umkehrt und wieder normale Verhältnisse ins Ziel nimmt».

Zahlungsverkehr

Frankfurt/Main, 06.092017 (dpa) - Die deutschen Banken wollen ihren Zahldienst Paydirekt laut einem Medienbericht mit einer großen Finanzierung gegen Konkurrent Paypal in die Spur bringen. Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Finanzkreise, Paydirekt könne auf einen dreistelligen Millionenbetrag hoffen. Alleine die Sparkassen könnten über 100 Millionen Euro geben.

Marketing

FRANKFURT/BERLIN, 05.09.2017 (dpa-AFX) - Einen Kredit aufnehmen und daran noch Geld verdienen - bei diesem Angebot haben viele Verbraucher zugegriffen. "Der Negativzins-Kredit ist sehr gut bei den Kunden angekommen", sagt Alexander Artopé, Chef und Mitgründer des Kreditportals Smava, im Gespräch mit dpa-AFX. "Wir haben insgesamt eine mittlere vierstellige Zahl an Krediten ausgereicht."

Negativzinsen

Frankfurt/Main, 31.08.2017 (dpa) - Tausenden Kunden von Banken und Sparkassen drohen nach Angaben der Bundesbank Strafzinsen: Jedes vierte Kreditinstitut in Deutschland will nach Angaben von Vorstandsmitglied Andreas Dombret künftig Negativzinsen auf Kundeneinlagen erheben. Einlagen von Privatkunden seien jedoch nur bei jedem zwölften Institut davon betroffen, schreibt Dombret in einem Beitrag für die «Wirtschaftswoche» (Freitag), den das Magazin auszugsweise vorab am Donnerstag veröffentlichte.

Umfrage

Frankfurt/Main, 30.08.2017 (dpa) - Das Zinstief belastet die kleinen und mittelgroßen Banken in Deutschland weiterhin erheblich. «Die durch niedrige Zinsen verursachte Durststrecke ist längst noch nicht überstanden», sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret am Mittwoch in Frankfurt. Viele Banken und Sparkassen steuerten angesichts sinkender Gewinne bereits gegen - etwa über höhere Gebühren.

Gemeinsame Pressenotiz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Deutsche Bundesbank

Das Niedrigzinsumfeld belastet die kleinen und mittelgroßen Kreditinstitute in Deutschland weiterhin erheblich. Das hat die aktuelle Umfrage der Deutschen Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Ertragslage und Widerstandsfähigkeit deutscher Kreditinstitute im Niedrigzinsumfeld ergeben. Befragt wurden die rund 1.500 kleinen und mittelgroßen deutschen Kreditinstitute, die unmittelbar unter nationaler Aufsicht stehen. Diese umfassen rund 88% aller Kreditinstitute in Deutschland sowie rund 41% der aggregierten Bilanzsummen.

Europa

Berlin, 29.08.2017 (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich hinter den Vorstoß von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gestellt, den Euro-Rettungsfonds ESM zu einem umfassenderen europäischen Währungsfonds auszubauen. Sie finde den Vorschlag, den ESM weiterzuentwickeln, sehr gut, sagte sie am Dienstag in ihrer Sommerpressekonferenz in Berlin. Damit könnte Europa zeigen, dass es alle Mechanismen im Portfolio habe, um auf alle Situationen reagieren zu können. Vor allem brauche es aber mehr wirtschaftliche Kohärenz der Euro-Länder.