Brexit

Berlin, 11.04.2019 (dpa) - Die deutsche Wirtschaft sieht nach dem erneuten Brexit-Aufschub noch keinen Grund zur Entwarnung und hofft, dass das britische Unterhaus nun möglichst bald für rechtliche Klarheit sorgt. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer begrüßte die Fristverlängerung bis Ende Oktober, durch die ein für Wirtschaft und Bürger dramatisches ungeregeltes Ausscheiden Großbritanniens aus der EU in dieser Woche vermieden worden sei. Der Beschluss des EU-Sondergipfels schaffe aber für die betroffenen Personen und Unternehmen noch keine Gewissheit.

Regulatorik

Frankfurt, 11.04.2019 (Reuters) - Die EZB-Bankenkontrolleure wollen ihre Gebührenordnung ändern und stellen kleineren Geldhäusern geringere Kosten in Aussicht. Mit der geplanten Neuregelung würden die Gebühren künftig aufgrund tatsächlich entstandener Kosten berechnet und am Ende des jeweiligen Zeitraums eingesammelt, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Bislang werden diese lediglich geschätzt und im entsprechenden Jahr erhoben. Die Mindestgebühren würden sich künftig für etwa die Hälfte der indirekt beaufsichtigten Banken verringern - vor allem für die kleinsten Geldhäuser. Der Verwaltungsaufwand soll zudem sinken.

Geldpolitik

Frankfurt/Main, 10.4.2019 (dpa) - Die Zinswende im Euroraum lässt weiter auf sich warten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent. Auch an den 0,4 Prozent Strafzinsen, die Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, rüttelten die Währungshüter bei ihrer Sitzung am Mittwoch in Frankfurt vorerst nicht.

Versicherungsgeschäft

Wiesbaden, 10.04.2019 (dpa) - Die R+V-Versicherung baut ihr digitales Angebot aus. Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken sollen künftig über einen digitalen Versicherungsmanager alle ihre Verträge mobil in einer Anwendung sehen können, kündigte Vorstandschef Norbert Rollinger am Mittwoch in Wiesbaden an. Das betreffe sowohl die Versicherungen der R+V als auch die von anderen Anbietern. Von Mai an soll das Angebot zunächst in sechs Pilotbanken gestartet und dann auf weitere Genossenschaftsbanken ausgeweitet werden.

Geldpolitik

Bangalore, 05.04.2019 (Reuters) - Volkswirte verschieben ihre Prognosen für die Zinswende in der Euro-Zone immer weiter nach hinten. Einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, rechnen Ökonomen mehrheitlich inzwischen damit, dass die EZB erst frühestens im dritten Quartal 2020 ihren Einlagensatz leicht um 0,10 Prozentpunkte auf minus 0,30 Prozent anheben wird. Zuletzt hatten Experten einen solchen Zinsschritt noch für das zweite Jahresviertel erwartet. Mit einer Erhöhung der Leitzinsen rechnen sie nun 2020 gar nicht mehr. In einer früheren Umfrage war dies noch zum Jahresende 2020 erwartet worden. Befragt wurden mehr als 80 Volkswirte.

Stresstest

Frankfurt/Main, 1.4.2019 (dpa) - Die Bundesbank und die Bankenaufsicht Bafin nehmen wegen des andauernden Zinstiefs erneut die Widerstandsfähigkeit deutscher Banken und Sparkassen unter die Lupe. Von der am Montag angelaufenen vierten Niedrigzinsumfrage inklusive Stresstest versprechen sich die Aufseher Erkenntnisse darüber, welche Folgen die Minizinsen für die Geschäftsergebnisse von etwa 1400 kleineren und mittleren Kreditinstituten in Deutschland haben, die unter unmittelbarer nationaler Aufsicht stehen. Parallel wird ein Stresstest bei allen deutschen Bausparkassen durchgeführt.

Privatbankenfusion

Frankfurt, 21.03.2019 (Reuters) - Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sieht viele gute Gründe für eine Fusion mit der Commerzbank. Er wolle den ab Mittag tagenden Aufsichtsrat der größten heimischen Privatbank vom Sinn eines solchen Deals mit dem kleineren Konkurrenten überzeugen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von einer Person im direkten Umfeld des Vorstandschefs. Eine weitere Person mit Kenntnnis von Sewings Überlegungen sagte, die Deutsche Bank hätte keine formelle Verhandlungen mit der Commerzbank begonnen, wenn sie erwarten würde, dass diese scheitern.

Konjunktur

Berlin, 19.03.2019 (dpa) - Die «Wirtschaftsweisen» haben vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Konjunktur ihre Wachstumsprognose für 2019 um fast die Hälfte auf 0,8 Prozent nach unten korrigiert. Für 2020 erwartet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Zuwachsraten des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 Prozent, wie die Ökonomen am Dienstag in Berlin mitteilten. Im vergangenen Herbst hatten sie in ihrem Gutachten für 2019 noch mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Im Frühjahr 2018 waren sie von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.

Bankenregulierung

Frankfurt, 15.03.2019 (Reuters) - Finanzexperten haben sich hinter Forderungen von deutschen Aufsehern gestellt, Erleichterungen für kleinere Geldhäuser bei der Bankenregulierung auf den Weg zu bringen. In einem am Freitag veröffentlichten Gutachten für die Bundesregierung kommen die Wirtschaftsprofessoren Rainer Haselmann, Jan Pieter Krahnen und Mark Wahrenburg zu dem Schluss, dass die Umsetzung der seit der Finanzkrise deutlich verschärften Aufsichtsvorgaben besonders hohe Kosten für kleinere Geldhäuser verursachen. Gerade sie würden aber zu einem stabilen Finanzsystem beitragen. Daher gebe es gute Gründe für "eine gezielte aufsichtsrechtliche Entlastung" sehr kleiner Geldhäuser. Die Bundesbank hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Verringerung des Aufsichtsaufwands für kleinere Institute ausgesprochen.

Notenbank

Frankfurt, 14.03.2019 (Reuters) - Nachdem Geldmarkt-Sätze wie der Libor durch Manipulationen ins Zwielicht geraten waren, bringt die EZB nun einen eigenen Referenzzins an den Start. Die Notenbank werde am 2. Oktober mit der Veröffentlichung ihres "€str" genannten Satzes für kurzfristige Geldmarktgeschäfte beginnen, kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt an. Er werde dann die Handelsaktivität am 1. Oktober widerspiegeln. €str soll ausschließlich auf Basis der Geldmarktstatistik berechnet werden und damit weniger anfällig für Manipulationen sein.

Mifid II

Frankfurt/Main, 14.03.2019 (dpa) - Deutschlands Bankenverbände dringen auf eine Überarbeitung der seit Anfang 2018 geltenden Regeln für Wertpapiergeschäfte. Die «Mifid II»-Richtlinie sei «ein Ärgernis für Kunden» und «ein Alptraum für Kreditinstitute und Berater», kritisierten die fünf großen Bankenverbände, die in der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) organisiert sind, am Donnerstag - und untermauerten dies mit einer Umfrage unter Kunden und Banken.