EU

Brüssel, 31.10.2018 (Reuters) - Die EU-Ländern haben Vorschläge der EU-Kommission zum Abbau von Problemkrediten abgemildert. Sie einigten sich am Mittwoch darauf, Geldhäusern mehr Zeit einzuräumen, um Rückstellungen für neue ausfallgefährdete Darlehen zu bilden. Sie sollen nun binnen drei Jahren abgesichert werden, anstatt der von der EU-Kommission vorgeschlagenen zwei Jahre. Zudem sollen die neuen Auflagen erst später in Kraft treten als bislang vorgesehen. Das EU-Parlament muss den Plänen noch zustimmen.

Geldpolitik

Frankfurt, 25.10.2018 (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich nur langsam von ihrer ultralockeren Geldpolitik verabschieden. Die Währungshüter bekräftigten am Donnerstag nach der Zinssitzung in Frankfurt, zunächst die vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe bis zum Jahresende einzustellen, sofern der konjunkturelle Aufschwung nicht abreißt. Im Oktober wurde das monatliche Kaufvolumen bereits auf 15 Milliarden Euro halbiert. Aber auch nach dem eigentlichen Ende der Transaktionen will die EZB die Einnahmen aus fällig werdenden Titeln noch für längere Zeit in Anleihen reinvestieren.

Strategie

Frankfurt, 19.10.2018 (Reuters) - Die DZ Bank treibt Finanzkreisen zufolge den Verkauf von Teilen ihrer Krisentochter DVB voran. Der Veräußerung der Luftfahrt- und Eisenbahnportfolien solle bald abgeschlossen werden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Mögliche Bieter seien die japanische Bank Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG), die japanische Finanzgruppe Orix und die australische Macquarie-Gruppe, die alle bereits in der Flugzeugfinanzierung aktiv sind. Einer der Insider sagte, die zum Verkauf stehenden Teile des Luftfahrt-Potfolios seien weniger als eine Milliarde Euro wert.

Einlagensicherung

Brüssel, 18.10.2018 (Reuters) - Die Euro-Staaten sind nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel einig, dass bis zum EU-Gipfel im Dezember ein Fahrplan zur Vollendung der Bankenunion vorliegen soll. "Die Diskussion hat ergeben, dass alle entschlossen sind, bis zum Dezember-Rat dann auch ein Paket auf den Tisch zu legen, das die Bankenunion der Zukunft beschreibt und auch etwas über die Roadmap zu einer Einlagensicherung sagt", sagte Merkel am Donnerstag zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel.

Genossenschaftliche Zentralbank

Frankfurt, 04.10.2018 (Reuters) - Die DZ Bank AG will in den kommenden Jahren etwa jede zehnte Stelle streichen und die Kosten kräftig drücken. Zugleich setzt sich das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken ehrgeizige Wachstumsziele. 485 zusätzliche Stellen sollen im Wesentlichen bis Ende 2022 abgebaut werden, heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter der Bank, der der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag. Von dem Stellenabbau dürften jedoch mehr Mitarbeiter betroffen sein, da es sich bei der genannten Zahl um Vollzeitjobs handelt und die Bank auch Teilzeitbeschäftigte hat. Ende 2017 zählte die DZ Bank rund 5500 Mitarbeiter. Den Stellenabbau will die DZ Bank sozialverträglich umsetzen und den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. März 2024 verlängern.

Emissionsvolumen beträgt 250 Millionen Euro / hohes Interesse genossenschaftlicher Banken und institutioneller Anleger / Köhler: „Nachhaltigkeit im Kerngeschäft verankert"

Die DZ BANK hat am gestrigen Dienstag ihren ersten eigenen Green Bond am Markt platziert. Die grüne Anleihe im Format Senior Preferred mit einem Volumen von 250 Millionen Euro war deutlich überzeichnet. Insbesondere bei genossenschaftlichen Banken und institutionellen Anlegern war das Interesse an dem Green Bond groß. Die Ausgestaltung der Anleihe orientiert sich an den „Green Bond Principles" der International Capital Markets Association (ICMA), einem anerkannten internationalen Standard für grüne Anleihen. Die Emission wurde im Rahmen einer „Green Evaluation" von den Nachhaltigkeitsexperten der Ratingagentur Standard & Poor's Global Ratings (S&P) mit einem Overall Score der Höchstnote „E1" bewertet.

„Nachhaltigkeit ist im Kerngeschäft der DZ BANK Gruppe fest verankert. Das untermauern wir mit unserer ersten eigenen Green Bond-Emission. Das hohe Investoreninteresse und die gute unabhängige Bewertung belegen die Qualität der Emission", sagt Wolfgang Köhler, im Vorstand der DZ BANK für das Konzern-Treasury und das Kapitalmarktgeschäft verantwortlich.

Finanzkonferenz

Mailand/Frankfurt/Paris, 18.09.2018 (Reuters) - Die Deutsche Bank rechnet erst nach Vollendung der europäischen Bankenunion mit grenzüberschreitenden Fusionen und Übernahmen in der Branche. "Erst wenn die Bankenunion endgültig steht, wird die Konsolidierung kommen," sagte Christian Sewing, der Chef des größten deutschen Geldhauses, am Dienstag in Mailand. "Die Bankenunion ist dafür eine Vorbedingung." Unter der europäischen Bankenunion wird ein gemeinsamer Mechanismus für die Aufsicht und Abwicklung von Banken in der EU verstanden, inklusive einer gemeinsamen Einlagensicherung. Gerade dieser Punkt ist jedoch heftig umstritten, vor allem in Deutschland. Eine gemeinsame Aufsicht über die Großbanken gibt es hingegen seit 2014 unter dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB).

CSR

Berlin, 18. September 2018 ─ Das gesellschaftliche Engagement der genossenschaftlichen FinanzGruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken war im vergangenen Jahr so groß wie nie zuvor. Insgesamt 145 Millionen Euro ließen die Kreditgenossenschaften und ihre Spezialinstitute im Jahr 2017 den Menschen in Deutschland an finanziellen Zuwendungen zukommen. Das ist ein neuer Höchstwert. 106 Millionen Euro wurden durch Volksbanken, Raiffeisenbanken und andere Genossenschaftsbanken gespendet. 30 Millionen Euro kamen durch Sponsoring den Menschen vor Ort zugute, 9 Millionen Euro durch Stiftungserträge. Insbesondere Kindern und Jugendlichen kommt das Engagement der genossenschaftlichen FinanzGruppe zugute. Das Engagement in Stiftungen überschritt zum ersten Mal die 300-Millionen-Marke und erreichte mit 301 Millionen Euro eine neue Größendimension. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag das Gesamtvolumen hier noch bei rund 140 Millionen Euro.

Studie

28.08.2017 – Die Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle sorgen für eine stetig wachsende Kluft zwischen Bereitstellung und Vertrieb von Finanzprodukten. Über digitale Plattformen erreichen Konkurrenten klassischer Banken bereits heute einen Großteil von deren Kundschaft. In Zukunft könnten sie den Konsumenten in noch größerem Stil Leistungen verkaufen. Dies verlangt von Retail-Banken strategische Grundsatzentscheidungen: Sie stehen vor der Wahl, ob sie sich weiter an der Kundenschnittstelle positionieren und dafür selbst aktiv Plattformen gestalten und nutzen oder in Zukunft primär als Produktanbieter auftreten möchten. Wie der "Europäische Retail Banking Survey" von Roland Berger zeigt, zielen zwei Drittel der Institute weiterhin auf eine Positionierung direkt an der Kundenschnittstelle. Allerdings sind sie derzeit noch zu sehr damit beschäftigt, ihr herkömmliches Geschäftsmodell zu digitalisieren: Als Innovationstreiber sehen sich nur zwei Prozent der klassischen Retail-Banken.

Zahlungsverkehr

Berlin, 21.08.2018 (Reuters) - Europa muss sich im internationalen Zahlungsverkehr angesichts des Konflikts über die Iran-Sanktionen nach den Worten von Bundesaußenminister Heiko Maas unabhängiger von den USA machen. Es sei unverzichtbar, "dass wir europäische Autonomie stärken, indem wir von den USA unabhängige Zahlungskanäle einrichten, einen Europäischen Währungsfonds schaffen und ein unabhängiges Swift-System aufbauen", schrieb der SPD-Politiker in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" (Ausgabe vom 22.08.2018). Die USA waren gegen den Willen der Europäer aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Inzwischen haben die USA zahlreiche Sanktionen gegen den Iran wieder inkraft gesetzt, die auch europäische Firmen in Mitleidenschaft ziehen. Die Unternehmen müssen sich nun meist entscheiden, ob sie mit dem Iran oder den USA Handel treiben.

Geschäftspolitik

Frankfurt, 21.08.2018 (Reuters) - Die Commerzbank verfolgt ihre Pläne für eine europäische Onlinebank nicht weiter. "Wir haben inzwischen entschieden, das Projekt Copernicus nicht fortzuführen", sagte Privatkundenchef Michael Mandel in einem im Intranet der Commerzbank veröffentlichten Interview, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Die Frankfurter hatten seit Monaten den Aufbau einer europäischen Onlinebank geprüft. "Man kann nicht alles auf einmal machen. Das erhöht die Komplexität und macht einen nicht schneller und effizienter", begründete Mandel die Entscheidung. "Wir haben einen klaren Fokus auf Wachstum und Effizienz in den Geschäftsfeldern, die einen direkten positiven Einfluss auf unsere Profitabilität haben."