1 1 1 1 1 1 1 1 1 1

Drittgrößte deutsche Volksbank trotzt Niedrigzinsen / 9,1 % Bilanzwachstum auf 7,8 Mrd. EUR / Anstieg der Kundeneinlagen um 10,8% auf 6,3 Mrd. EUR

MITTELHESSEN, 26.04.2019 – Am Donnerstagabend fand in der Gießener Kongresshalle die diesjährige Vertreterversammlung der Volksbank Mittelhessen statt. Die gewählten Vertreter der 196.054 Mitglieder bilden zusammen das höchste Organ der Genossenschaft. Im Namen und im Auftrag der Mitglieder entscheiden sie unter anderem über die Feststellung des Jahresabschlusses, die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

Die anwesenden Vertreter sowie Ehrengäste wurden durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates Prof. Dr. Hubert Jung begrüßt. Prof. Jung eröffnete die Versammlung und übergab zunächst das Wort an Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker. In seinem Vortrag ging Dr. Hanker detailliert auf die wirtschaftlichen Ergebnisse und wesentlichen Ereignisse des vergangenen Geschäftsjahres ein. Dabei wurde deutlich, dass es der Volksbank Mittelhessen auch im Jahr 2018 trotz der anhaltend negativen Zinsbedingungen gelungen ist, den positiven Trend der Vorjahre fortzuführen.

Der Jahresbericht der Volksbank Mittelhessen liegt in den Filialen aus. Zudem ist er online unter https://jahresbericht.vb-mittelhessen.de/ verfügbar.

Geschäftsentwicklung und Bilanzsumme

Getrieben von einem kräftigen Einlagenwachstum und einem guten Kreditgeschäft ist die Bilanz der Volksbank Mittelhessen im Berichtsjahr stark gestiegen. Die Summe aller Vermögenswerte erreichte bis zum Stichtag 7.787 Mio. EUR nach 7.135 Mio. EUR im Jahr zuvor. Eine gesunde mittelständische Wirtschaft und der anhaltende private und gewerbliche Immobilientrend manifestierten sich in einer deutlichen Ausweitung des Kreditvolumens. Die Ausleihungen an Kunden nahmen im Jahr 2018 um 4,1 Prozent auf zuletzt 4.740 Mio. EUR zu. Dieses Nettowachstum resultiert aus der Gewährung von mehr als einer Milliarde EUR neuer Darlehen (1.023 Mio. EUR). Den neuen Darlehen standen Tilgungsleistungen in Höhe von 799 Mio. EUR gegenüber. Die prozentuale Verteilung der Forderungen an Kunden ist mit einem Anteil des Firmenkundensegments in Höhe von 63 Prozent nahezu konstant. Dieser Wert spiegelt die sehr gute Verzahnung der Volksbank Mittelhessen mit der regionalen Wirtschaft wider. Von Unternehmern für Unternehmer gegründet ist die Volksbank seit mehr als 160 Jahren verlässlicher Partner des lokalen Mittelstands. Auf das Privatkundensegment entfällt ein Anteil von 37 %. Zusätzlich zum bilanzwirksamen Geschäft wurden Darlehen in Höhe von rund 558 Mio. EUR an die genossenschaftlichen Verbundpartner vermittelt. Im Zuge des deutlichen Bilanzwachstums erhöhte sich zudem die Position der in Wertpapiere investierten Mittel um 12,4 Prozent oder 227 Mio. EUR. Der Bestand betrug zum Jahresende 2.066 Mio. EUR.

Zweistellig prozentuales Wachstum der Kundeneinlagen

333.240 Kunden schenken der Volksbank Mittelhessen ihr Vertrauen, indem sie ihre Ersparnisse bei ihrer Genossenschaftsbank vor Ort anlegen. Insgesamt summierten sich die Einlagen im Berichtsjahr inkl. verbriefter Verbindlichkeiten auf 6.317 Mio. EUR. Dies entspricht einem Wachstum in Höhe von 616 Mio. EUR oder 10,8 % gegenüber dem Vorjahr. Angesichts der derzeit äußerst niedrigen Renditen infolge der EZB-Nullzinspolitik kann die Verzinsung der Einlagen kaum der ausschlaggebende Grund für den hohen Zuspruch der Anleger sein.

Die Volksbank Mittelhessen wird dem Vertrauen der Sparer gerecht, indem sie die Gelder der Mitglieder und Kunden in die Region reinvestiert. Dies geschieht in Form von Krediten und Darlehen an Unternehmen und privaten Kunden, aus denen Prosperität und Fortschritt für die Menschen in Mittelhessen entstehen. Damit folgt die Volksbank Mittelhessen der Idee ihres Gründervaters Raiffeisen, der den Grundsatz „Das Geld des Dorfes dem Dorfe" formulierte. Die nutzbringende Wirkung dieser solidarischen Geschäftspolitik rückt immer mehr in den Fokus von Anlageentscheidungen.

Gesunde Eigenkapitalausstattung

Im Zuge der bilanzwirksamen Ausweitung des operativen Geschäftes hat die Volksbank Mittelhessen ihre Eigenkapitalbasis weiter gestärkt. So beläuft sich das bilanzielle Eigenkapital zum Stichtag auf 780 Mio. EUR nach 755 Mio. EUR zum Vorjahreszeitpunkt. Die Eigenmittelausstattung der Volksbank Mittelhessen ist überdurchschnittlich hoch. Auch im Hinblick auf die künftigen strengen Eigenkapitalkriterien nach Basel III sieht sich die Volksbank Mittelhessen solide aufgestellt. Nach Beschlussfassung durch die Vertreterversammlung wurde das Eigenkapital nochmals gestärkt. So beträgt die Kernkapitalquote auf Basis der zum Stichtag gültigen Eigenmittelbestandteile und nach Dotierung durch die Vertreterversammlung 16,5 %.

Ergebnisrechnung 2018

Mit dem Ergebnis 2018 knüpft die Volksbank Mittelhessen an die positive Entwicklung der Vorjahre an. Ein im Vergleich zu 2017 etwas rückläufiges Zinsergebnis in Höhe von 123 Mio. EUR wurde durch ein verbessertes Provisionsergebnis in Höhe von 56 Mio. EUR kompensiert. Mit 115 Mio. EUR sind die Verwaltungsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr moderat gestiegen. Die Cost-Income-Ratio als Maßstab für die wirtschaftliche Effizienz der Volksbank Mittelhessen bleibt mit 66,2 Prozent auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Bewertung stellt sich mit 62 Mio. EUR rund 1,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert dar. Aus dem Ergebnis wurden 10 Mio. EUR den Vorsorgereserven nach § 340 f HGB zugeführt. Das Bewertungsergebnis in Höhe von -9,6 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf diese Entscheidung zurückzuführen. Wertberichtigungen auf Kredite spielten im Berichtsjahr dagegen keine große Rolle. Im Gegenteil: Die mittelhessische Wirtschaft entwickelte sich im Berichtsjahr gut. Abschreibungen in signifikanter Höhe waren daher nicht erforderlich.

Unter dem Strich verbleibt im Geschäftsjahr ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von 52 Mio. EUR. In Anbetracht der konstant schwierigen Marktbedingungen ist der Vorstand mit dem Ergebnis 2018 zufrieden.

Der Steueraufwand beträgt 2018 mehr als 23 Mio. EUR. Nach der Einstellung von 12 Mio. EUR in den Fonds für allgemeine Bankrisiken verbleibt ein Jahresüberschuss im Berichtsjahr in Höhe von 17,2 Mio. EUR. Durch Beschluss der Vertreterversammlung wird auch dieser im Wesentlichen den Rücklagen zugeführt. Laut Entscheidung der Vertreter schüttet die Volksbank Mittelhessen zudem eine Dividende in Höhe von 5,5% an die Mitglieder aus.

1.368 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei der Volksbank beschäftigt, darunter 67 Auszubildende. Neben dem Bankkaufmann bildet die Volksbank Mittelhessen junge Nachwuchskräfte in den Berufen Kaufmann für Dialogmarketing und Kaufmann für Versicherungen und Finanzen sowie Fachinformatiker aus.

Gesellschaftliches Engagement

Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung kommt die Volksbank Mittelhessen gerne nach. Im vergangenen Geschäftsjahr hat die Volksbank Mittelhessen über 800 regionale Initiativen, Vereine sowie soziale und gemeinnützige Einrichtungen durch finanzielle Fördermaßnahmen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro unterstützt. Diese Förderung erfolgt über die regelmäßige Ausschreibung von Wettbewerben wie den Sternen des Sports oder den Heimlichen Helden. Im Jahr 2018, dem Jubiläumsjahr der Volksbank Mittelhessen, lag ein besonderer Fokus auf den Vereinen, die Mitglied bei der Volksbank Mittelhessen sind. Dieser Fokus soll auch in Zukunft beibehalten werden.

Gesetzliche Prüfung, Genehmigung des Jahresabschlusses und Verwendung des Jahresüberschusses 2018

Das von Volksbankvorstand Hans-Heinrich Bernhardt vorgetragene zusammengefasste Prüfungsergebnis des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes e.V. geht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk einher. Die anwesenden Vertreter genehmigten den Jahresabschluss und entlasteten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Sie stimmten außerdem dem gemeinsamen Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Verwendung des Bilanzgewinnes sowie einer Dividende in Höhe von 5,5 % zu.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Mit Ablauf der Wahlperiode schieden turnusgemäß die Aufsichtsratsmitglieder Tanja Jost, Eva Hofmann, Prof. Dr. Hubert Jung und Frank Sommerlad aus dem Gremium aus. Tanja Jost, Eva Hofmann und Prof. Dr. Hubert Jung stellten sich für eine Wiederwahl zur Verfügung und wurden durch die Vertreterversammlung für eine weitere Amtsperiode in das Gremium berufen. Nach 12 Jahren im Aufsichtsrat trat Frank Sommerlad nicht erneut an. Der gesamte Vorstand sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Hubert Jung würdigten dessen Verdienste und bedankten sich für die jahrelange engagierte und zuverlässige Mitarbeit im Aufsichtsgremium.

Mit der entstandenen Vakanz schlug Prof. Dr. Jung den anwesenden Vertretern die Rechtsanwältin und hauptamtliche Fachhochschullehrerin Jennifer Müller für die Wahl zum Aufsichtsrat vor. Die ausgebildete Dipl.-Verwaltungswirtin und Juristin wurde einstimmig in das Gremium gewählt. Durch das Ausscheiden des Aufsichtsratsmitglieds Michael Kraft im Jahr 2017 war bis zum gestrigen Zeitpunkt eine weitere Position im Aufsichtsrat unbesetzt. Versammlungsleiter Prof. Dr. Jung schlug den Wahlberechtigten die Kandidatin Prof. Dr. Katja Specht vor. Die amtierende Vizepräsidentin der Technischen Hochschule Mittelhessen wurde von den Vertretern ebenfalls einstimmig in den Aufsichtsrat berufen.

Ausblick

Das wirtschaftliche Umfeld für eine regionale Volksbank bleibt anspruchsvoll. Die Europäische Zentralbank hat die Gelegenheit zu einer Zinsanpassung aufgrund der jüngst noch positiven konjunkturellen Entwicklung im Euroraum verpasst. Insofern ist mit einer Verbesserung der Zinssituation auf absehbare Zeit nicht zu rechnen. Denn die konjunkturelle Belebung schwächt sich Zusehens ab, es drohen globale Handelskriege und politische Verwerfungen, die einer nachhaltigen Zinswende entgegenstehen.

Dennoch blickt der Vorstand optimistisch in die Zukunft. Denn die Mitglieder machen die Volksbank Mittelhessen zu dem was sie heute und in Zukunft ist: zum wirtschaftlichen Motor einer ganzen Region. Die Volksbank bündelt deren Stärke und setzt diese genossenschaftlich Kraft vor Ort nutzbringend ein. Region und Volksbank bilden eine enge Symbiose, die auch künftig beste Erfolgsaussichten und Wachstum verspricht.

Portrait der Volksbank Mittelhessen

Im Herzen Hessens zuhause, zählt die Volksbank Mittelhessen mit einer Bilanzsumme von 7,8 Mrd. Euro zu den größten Kreditgenossenschaften Deutschlands. 196.054 Anteilseigner sind direkt am Erfolg der mitgliederstarken Volksbank beteiligt. Rund 1.300 Mitarbeiter betreuen in 82 Geschäftsstellen und über zahlreiche weitere Kontaktwege 333.240 Kunden. Darüber hinaus stehen den Kunden im Geschäftsgebiet 45 Selbstbedienungsstandorte sowie 164 Geldautomaten zur Verfügung. Seit seiner Gründung im Jahr 1858 ist das Geldinstitut sowohl aus eigener Kraft als auch durch Fusionen kontinuierlich gewachsen. Mit ihrer wirtschaftlichen Stärke ist die Volksbank Mittelhessen wichtiger Finanzierungspartner der heimischen Wirtschaft und bedeutender Förderer der gesamten Region. Eng mit Mittelhessen verwurzelt, übernimmt die Volksbank gesellschaftliche Verantwortung in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. So wurden im Jahr 2018 zahlreiche regionale Initiativen, Vereine sowie soziale und gemeinnützige Einrichtungen durch finanzielle Fördermaßnahmen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro unterstützt.


Weitere Informationen:
Dennis Vollmer
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.vb-mittelhessen.de