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Genossenschaftliche Zentralbank

Frankfurt, 04.10.2018 (Reuters) - Die DZ Bank AG will in den kommenden Jahren etwa jede zehnte Stelle streichen und die Kosten kräftig drücken. Zugleich setzt sich das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken ehrgeizige Wachstumsziele. 485 zusätzliche Stellen sollen im Wesentlichen bis Ende 2022 abgebaut werden, heißt es in einem Brief an die Mitarbeiter der Bank, der der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag. Von dem Stellenabbau dürften jedoch mehr Mitarbeiter betroffen sein, da es sich bei der genannten Zahl um Vollzeitjobs handelt und die Bank auch Teilzeitbeschäftigte hat. Ende 2017 zählte die DZ Bank rund 5500 Mitarbeiter. Den Stellenabbau will die DZ Bank sozialverträglich umsetzen und den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. März 2024 verlängern.

"Unser Ergebnis steht unter hohem Druck. Die Kundenerträge sind in den letzten Jahren zwar stabil geblieben, die Kostenseite verzeichnete jedoch einen kontinuierlichen Anstieg", hieß es in dem Brief. Mit deutlich über 80 Prozent liege die Aufwands-Ertrags-Relation auf einem nicht zufriedenstellenden Niveau. Die Kosten für externe Dienstleister will die DZ Bank bereits in diesem Jahr um 30 Prozent drücken, dauerhaft sollen es 50 Prozent sein. Der Bank hilft dabei, dass die Fusion der beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ abgeschlossen ist und einige größere regulatorische Projekte vollendet wurden.

Auch auf der Ertragsseite will die Bank vorankommen - trotz der niedrigen Zinsen und des harten Konkurrenzkampfs. "Die Erträge aus dem operativen Geschäft der Verbund- und Geschäftsbank wollen wir bis 2022 um jährlich 3,5 Prozent - und damit deutlich über Marktniveau - steigern, ohne das Risikobewusstsein zu verlieren", hieß es in dem Schreiben.

Die beiden genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ hatten sich 2016 zusammengeschlossen. Im Zuge der Fusion wurde bereits damals der Abbau von rund 700 Vollzeitstellen vereinbart. Letztendlich dürften von den einst 5700 Arbeitsplätzen der beiden Institute am Ende noch etwa 4500 übrigbleiben.