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Innovationsforscher Christoph Burkhardt zu Gast bei der Volksbank Odenwald

MICHELSTADT, 27.06.2018 – Der Einfluss der technischen Entwicklung auf das private, berufliche und gesellschaftliche Leben nimmt immer mehr an Fahrt auf. Wie dies richtig bewältigen und Chancen daraus erkennen und umzusetzen, sind Themen mit denen der international renommierte Innovationsforscher und Kognitionspsychologe Christoph Burkhardt ein breites Publikum anspricht. Die Volksbank Odenwald hat den gefragten Spezialisten gleich für zwei Vorträge im Odenwald gewinnen können.

Am Montag, 11. Juni, sprach Christoph Burkhardt auf der Vertreterversammlung in der Breuberghalle von Neustadt und am Tag darauf vor ausgewählten Firmenkunden im Bürgerhaus in Höchst. Zuhause ist Christoph Burkhardt inzwischen in San Francisco, ganz in der Nähe, wo die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Er berät weltweit Unternehmen, wie sie neueste Technologien in innovative Use Cases verwandeln und auf drastische Paradigmenwechsel reagieren können, bevor sie das Leben auf den Kopf stellen.

Und genau darum geht es: „Gute Ideen sind kein Zufall, sondern Kopfsache". Christoph Burkhardt ist davon überzeugt, dass es genau darauf ankommt und in Fragen der Phantasie und Kreativität der Mensch immer die Nase vor der Maschine haben wird. Das Wechselspiel zwischen beiden Beteiligten spannte den roten Faden in seinen Vorträgen, die anschaulich, reichlich bebildert und anhand pointierter Beispiele als kurzweilige Bildungseinheiten unterhielten. Was Menschen mit Technik machen und was Technik mit Menschen macht, sei keineswegs vorhersehbar und deswegen besonders spannend, nahm der Referent sein Publikum mit. Nutzer von Smarthones erstellen „Selfies". Daran sei bei der Konstruktion der Geräte nicht gedacht gewesen. Oder Uber, der Online-Vermittlungsdienst im Personenverkehr: Inzwischen gehe es nicht mehr nur darum, Personen von A nach B zu transportieren. Dank des Datenaustausches würden die Fahrtrouten bereits so programmiert, dass der Fahrgast unterwegs den Blick auf sein Lieblingslokal oder eine bevorzugte Boutique richten darf. Die Chance, dass darüber ein weiteres Geschäft abgeschlossen wird, steigt enorm. Möglich machen es die Datenspuren, die jeder Mensch heute hinterlässt, wissentlich oder auch ohne sein Wissen.

Keiner der scheinbar kostenlosen Dienste im Internet wie Google, Facebook, Instagram, WhatsApp oder Snapchat arbeitet ohne Gegenleistung. Die Zurverfügungstellung von Daten produziert immer feiner ausgebildete Personenprofile. Sprachassistenten wie Alexa stehen für die nächste Stufe der Datenerhebung. „Die Geräte haben sich uns angepasst; deswegen mussten Maschinen reden lernen", so Christoph Burkhardt. Eine der Folgen: Viel mehr alltägliche Abläufe werden steuerbar, so dass Wartezeiten reduziert werden. Zugleich wird die Bereitschaft weiter sinken, auf etwas warten zu müssen. „Die Menschen werden ungeduldig. Jede Information muss sofort abrufbar sein; Probleme müssen rasch gelöst werden". Dabei seien es genau technische Innovationen, die neben ihrem Nutzen erst Probleme wie Datenmissbrauch aufwerfen.

Wozu rät der Fachmann in einer automatisierten und vernetzten Welt? „Lernen, im Chaos zu überleben", lautete seine Antwort auf das Bedürfnis, mehr planen zu wollen. Mittel- und langfristige Planungen seien obsolet angesichts der technischen Innovationen. Christoph Burkhardt rief dazu auf, sich stärker auf rein menschliche Eigenschaften zu konzentrieren. Nicht Netzwerken im Internet, sondern echte menschliche Verbindungen aufbauen und pflegen, basierend auf Vertrauen, Austausch und Experimentierfreudigkeit. Neugierig bleiben und Informationen aufnehmen, die auch außerhalb des bekannten Spektrums sich abspielen. „Vertrauen ist die Währung unserer Zeit, Aufmerksamkeit das wichtigste Gut", machte der Referent Mut, sich den technischen Entwicklungen zu stellen und seine Kreativität auf solche Ideen zu konzentrieren, die nicht so schnell oder gar nicht von einer Maschine schneller und besser umgesetzt werden kann. Automatisierbare Abläufe dagegen seien längst in der Hand von Computern. Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Ralf Magerkurth, Vorstandssprecher der Volksbank Odenwald, ein neues Projekt des Gründerzentrums Odenwald vor: Innovation Hub. Hier werden innovative Ideen gesucht und gefördert.Teilnehmen kann jeder ab 18 Jahren. Die Auftaktveranstaltung findet am 15. September im Bürgerhaus in Höchst statt. Nähere Informationen und Anmeldung hierzu finden Sie unter www.ideaspot.de.

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Eine schon seit langer Zeit innovative Idee, eine Schneekugel der Firma Koziol, überreichte Vorstandssprecher Ralf Magerkurth (links) dem Referenten und Innovationsforscher Christoph Burkhardt.


Weitere Informationen:

Reinhard Hastert
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www.voba-online.de


Foto: Volksbank Odenwald eG