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Bankenaufsicht

Frankfurt, 15.03.2017 (Reuters) - Im Ringen um eine Reform der globalen Kapitalregeln für Geldhäuser hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann dazu aufgerufen, die Verhandlungen nicht auf die lange Bank zu schieben. Die anhaltende regulatorische Unsicherheit belaste die Banken, sagte Weidmann am Mittwoch auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt. "Eine schnelle Wiederaufnahme der Verhandlungen wäre in unserem gemeinsamen Interesse." Die Verabschiedung des Basel-III-Reformpakets zieht sich schon länger hin. Vor allem Europäer und Amerikaner streiten über die neuen Regeln. Die deutsche Bankenaufsicht hatte unlängst sogar vor einem Scheitern der Gespräche gewarnt. Eigentlich sollten die Reformen im Januar beschlossen werden.

 Laut Weidmann liegen die Verhandlungen über den Einsatz interner Modelle und diesbezüglicher Untergrenzen für die Kapitalausstattung zur Zeit auf Eis, weil die Positionen der US-Chefunterhändler immer noch nicht besetzt seien. Er hoffe aber, dass bevorstehende Treffen in Baden-Baden und in Basel zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch führen. Der Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hatte die Gespräche zuletzt kompliziert. Dazu löste der Regierungswechsel Sorgen aus, die USA könnten das Interesse an einer international abgestimmten Bankenregulierung verlieren. "Eine Deregulierung umzusetzen in der Hoffnung, die Wirtschaft zu stimulieren, kann nach hinten losgehen", sagte Weidmann.