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FRANKFURT/M., 14.03.2017 – Die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken haben im Geschäftsjahr 2016 erneut Ertragsstärke bewiesen. Mit einem Jahresüberschuss vor Steuern von 6,8 Milliarden Euro – plus 2,2 Prozent – liegen die vorläufigen Ergebnisse der Kreditgenossenschaften wieder auf einem hohen Niveau.

Die Genossenschaftsbanken wuchsen im Kundengeschäft überdurchschnittlich: Die Kreditbestände stiegen um 4,5 Prozent auf 528 Milliarden Euro, während die gesamte Branche ein Kreditwachstum von 2,7 Prozent verzeichnete. Die Kundeneinlagen beliefen sich auf 637 Milliarden Euro. Auch hier lagen die Volksbanken und Raiffeisenbanken mit 4,8 Prozent deutlich über dem Marktwachstum von 3,1 Prozent.

"Die Genossenschaftsbanken bleiben im Kundengeschäft auf Wachstumskurs - mit beachtlichen Markterfolgen. Auch im vergangenen Jahr zeigten sich die Volksbanken und Raiffeisenbanken robust und ertragsstark", erläutert Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Die Kreditgenossenschaften bauten ihre Eigenkapitalbasis weiter aus, um künftige Risiken abzufedern und weiteres Wachstum im Privat- und Firmenkundengeschäft zu ermöglichen. So erhöhten sie ihr Kernkapital deutlich auf 67,4 Milliarden Euro. Damit sind sie auch für die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen gut gerüstet.

Zum Jahresende 2016 unterschritt die Zahl der Genossenschaftsbanken in Deutschland wie erwartet nach 49 Fusionen im Kalenderjahr erstmals die Marke von 1.000 und liegt nun bei 972 Instituten - mit insgesamt 11.787 Bankstellen bundesweit. Nach wie vor basiert das genossenschaftliche Geschäftsmodell maßgeblich auf der Präsenz der Banken vor Ort verbunden mit einem leistungsfähigen Omnikanalangebot, bei dem die Kunden über den Zugangsweg zu ihrer Genossenschaftsbank entscheiden. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder stieg um 152.000 auf 18,4 Millionen.

Kritik an parallelen Umfragen der Aufsicht Deutliche Kritik übt der BVR-Präsident an den im April zeitgleich startenden Umfragen der europäischen und deutschen Bankenaufsicht zum Niedrigzinsumfeld und zur Profitabilität mit umfangreichen, teils neuen Datenabfragen, die auch zwei Wochen vor dem Start der Umfrage noch nicht final vorliegen. "Der aufsichtsrechtliche Zusatznutzen rechtfertigt diesen hohen Erhebungsaufwand nicht", so Fröhlich. Zumal es eine vergleichbare nationale Datensammlung in anderen europäischen Ländern nicht gebe. Das Ziel der Aufsicht, für Finanzmarktstabilität zu sorgen, unterstütze er aber nachdrücklich. Der BVR rechnet aufgrund des hohen manuellen Aufwands bei der Ermittlung der zu meldenden Kennzahlen mit Kosten im zweistelligen Millionenbereich für alle Genossenschaftsbanken.

Markterfolge im Kundengeschäft

Die Kreditbestände der Volksbanken und Raiffeisenbanken beliefen sich auf 528 Milliarden Euro. Der Bestand an Privatkundenkrediten wuchs um 4,1 Prozent auf 274 Milliarden Euro. Der Marktanteil verbesserte sich auf 23,9 Prozent. Die Bestände an Firmenkundenkrediten wuchsen mit 4,7 Prozent auf 230 Milliarden Euro ebenfalls kräftig. Der Marktanteil stieg hier auf 19 Prozent.

Das Einlagengeschäft der Genossenschaftsbanken zeigt ebenfalls ein stabiles Wachstum. Im Umfeld der Niedrigzinsphase fällt die Entwicklung jedoch heterogen aus. Während liquide, kurzlaufende Einlagen nachgefragt werden, sind länger laufende, weniger liquide Einlagen rückläufig: Die Sichtguthaben legten um 9,6 Prozent auf 395 Milliarden Euro deutlich zu. Termineinlagen, Spareinlagen und Sparbriefe waren hingegen weniger gefragt. Die Summe aller Kundeneinlagen wuchs um 4,8 Prozent auf 637 Milliarden Euro. Der Marktanteil verbesserte sich leicht auf 18 Prozent. Die aggregierte Bilanzsumme der Genossenschaftsbanken liegt bei 851 Milliarden Euro.

Gutes Ergebnis / Solide Eigenkapitalausstattung Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der Zinsüberschuss um 3,5 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss lag stabil bei 4,6 Milliarden Euro. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen verringerten sich um 0,8 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. Die Personalaufwendungen sanken dabei um 1,1 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro. Die Genossenschaftsbanken beschäftigten 151.550 Mitarbeiter.

Nach vorläufigen Zahlen sank das Betriebsergebnis vor Bewertung um 3,9 Prozent auf 7 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis nach Bewertung reduzierte sich um 4,8 Prozent auf insgesamt 6,5 Milliarden Euro. Der Saldo der anderen und der außerordentlichen Erträge und Aufwendungen lag bei 300 Millionen Euro. Der vorläufige Jahresüberschuss vor Steuern stieg um 2,2 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Die gezahlten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag liegen bei 2,2 Milliarden Euro, nach 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken haben die Banken voraussichtlich 3 Milliarden Euro zugeführt, was die bereits solide Eigenkapitalausstattung weiter stärkt. Der Jahresüberschuss nach Steuern und dieser Rücklagendotierung erreichte 1,7 Milliarden Euro, nach 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr.


Weitere Informationen:

Melanie Schmergal
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www.bvr.de