Bankenunion

Berlin, 23.02.2018 (Reuters) - Trotz des Widerstands deutscher Banken hält der EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis an der Idee einer europäischen Einlagensicherung fest. Durch eine solche Sicherung werde das Vertrauen der Sparer gestärkt, was wiederum die Gefahr eines Bankenansturms in der EU verringern würde, sagte der für den Euro-Raum zuständige Dombrovskis am Freitag auf einer Konferenz des "Handelsblatts" in Berlin laut Redetext. Dadurch ergebe sich ein zweiter Vorteil: "Ein geringeres Risiko eines Bankenansturms bedeutet, dass es mehr Zeit für eine geordnete Abwicklung gibt". Das Ergebnis sei, dass weniger auf Steuergelder zur Rettung von Banken zurückgegriffen werden müsse sowie das Bankensystem und die gemeinsame Währung stabiler würden.

Retail-Banking

Frankfurt, 21.02.2018 (Reuters) - Die Postbank hat vor ihrer Eingliederung in die Deutsche Bank ein kräftiges Ergebnisplus eingefahren. Wie das Bonner Institut am Mittwoch mitteilte, stieg der Gewinn im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent auf knapp 650 Millionen Euro. Gründe für den Sprung um rund 190 Millionen Euro waren steigende Provisionserträge, eine höhere Kreditvergabe und der Sparkurs. Postbank-Chef Frank Strauß, der inzwischen in den Vorstand der Deutschen Bank eingezogen ist, äußerte sich zufrieden: "Wir konnten unsere wirtschaftliche Basis weiter stärken, um künftig einen guten Beitrag zum Erfolg der zusammengeführten Geschäfte mit der Deutschen Bank zu leisten."

Regulierung

Brüssel, 20.02.2018 (Reuters) - Bundesfinanzminister Peter Altmaier fordert vor den nächsten Schritten bei der Bankenunion einen EU-weiten Abbau der Gefahrenposten in den Bilanzen der Geldhäuser.

Digitalwährung

Berlin, 15.02.2018 (dpa) - Die Mehrheit der Menschen in Deutschland weiß mit dem Begriff Bitcoin etwas anzufangen, aber nur eine sehr kleine Minderheit hat schon praktische Erfahrungen mit der Digitalwährung gesammelt. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage, die der Branchenverband Bitkom in Auftrag gegeben hat. Rund zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten gaben an, dass sie schon einmal etwas von Bitcoin gehört haben. Nur vier Prozent haben Bitcoin bereits erworben oder genutzt.

Währungsmarkt

Dubai, 15.02.2018 (Reuters) - Die Zentralbank in Saudi-Arabien baut ihr Geschäft im Kryptowährungsbereich aus. Sie schloss eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Ripple, das eine Cyberdevise und eine dazugehörige Blockchain-Technologie anbietet, über die Banken Zahlungsdienstleistungen abwickeln können, wie die Behörde des Landes mitteilte. Das Pilotprogramm sei weltweit das erste seiner Art, das von einer Zentralbank unterstützt werde. Für die saudiarabischen Banken bedeute dies, dass sie Gelder kostengünstiger, schneller und transparenter in andere Länder verschieben könnten, fügte Ripple hinzu.

Bundesbank-Studie

Frankfurt/Main, 14.02.2018 (dpa) - Bargeld bleibt trotz aller technischen Neuerungen das beliebteste Zahlungsmittel der Bundesbürger. «Die Liebe der Deutschen zum Bargeld (...) ist ungebrochen», stellte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele am Mittwoch in Frankfurt fest.

Europa

Berlin, 30. Jan (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt offenbar beim deutschen Nein zu einer gemeinsamen Sicherung der Bankeinlagen in Europa. Sie habe in einer Unions-Fraktionssitzung am Dienstag erklärt, dass sich an der Position der Bundesregierung nichts geändert habe, sagte ein Teilnehmer der Sitzung. Es solle erst über eine gemeinsame Einlagensicherung gesprochen werden, wenn es zu einer Reduzierung der Bankenrisiken auf nationaler Ebene gekommen sei. Merkel reagierte damit auf Zeitungsberichte, wonach sich die Position der Bundesregierung in der Frage verändert habe.

Einen solchen Kurswechsel gebe es nicht, sagte Merkel dem Sitzungsteilnehmer zufolge. Die Regierung habe sich "keinen Millimeter" von ihrer bisherigen Position wegbewegt.

Europäische Währungsunion

Berlin/Brüssel, 17.01.2018 (dpa) - Angesichts der Risiken für eine neue Finanzkrise fordern deutsche und französische Ökonomen grundsätzliche Reformen in der Eurozone. «Die Europäische Währungsunion hat nach wie vor erhebliche Schwächen, ihre institutionelle und finanzielle Architektur ist instabil», heißt es in einem Papier, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Geldpolitik

Frankfurt, 15.01.2018 (Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird auf ihrer Ratssitzung kommende Woche wahrscheinlich an ihrer ultralockeren Ausrichtung ohne Abstriche festhalten. Die Währungshüter bräuchten mehr Zeit, um die wirtschaftlichen Aussichten für die Euro-Zone und vor allem die künftige Entwicklung der Gemeinschaftswährung abzuschätzen, sagten drei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Europäischer Rechnungshof

Brüssel, 16.01.2018 (dpa) - Die zentrale Aufsicht über mehr als 100 systemrelevante Banken in Europa weist nach einem Bericht des Europäischen Rechnungshofs Mängel auf. Bei der für die Kontrolle zuständigen Europäischen Zentralbank (EZB) fehlten objektive Kriterien zur Beurteilung, wann eine Bank sich in einer Krisensituation befinde, erklärten die Rechnungsprüfer am Dienstag in Luxemburg. Die EZB habe sich zudem geweigert, einige vom Rechnungshof angeforderte Dokumente und Unterlagen herauszugeben. Dadurch sei es letztlich nicht möglich gewesen, die Effizienz des EZB-Krisenmanagements umfassend einzuschätzen.

Konjunktur

Stuttgart, 4. Januar 2018. Die Geschäfte im deutschen Mittelstand laufen so gut wie seit Jahren nicht, zeigt das aktuelle Mittelstandsbarometer von Ernst & Young. 61 Prozent der Unternehmen sind derzeit uneingeschränkt zufrieden mit der Geschäftslage – das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2004, als diese Studie erstmals durchgeführt wurde. Gerade einmal 7 Prozent der Unternehmer klagen über eine eher schlechte Geschäftsentwicklung.

Kreditmarkt

Berlin, 2.1.2018 (dpa) - Die deutschen Genossenschaftsbanken haben 2017 mehr Darlehen vergeben. Das Kreditvolumen der Volks- und Raiffeisenbanken an Privat- und Firmenkunden erreichte nach vorläufigen Berechnungen 551 Milliarden Euro, das sind 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der BVR am Dienstag mitteilte.

BI im Gespräch

S 07 02 07 BVR 05122017 01231Seit 1. Januar 2018 ist Marija Kolak Präsidentin des BVR. Die BI traf sie zum Interview. Dabei ging es um die Rolle des BVR und die anstehenden Herausforderungen für die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken.

Retailbanking

Frankfurt, 31.12.2017 (dpa-AFX) - Die Commerzbank will nach einem holprigen Start mit Ratenkrediten unter eigener Regie im neuen Jahr Gas geben. "Im Ratenkreditgeschäft sind wir noch nicht so erfolgreich wie wir es gerne wären", räumte Privatkundenchef Michael Mandel im Gespräch mit den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX in Frankfurt ein. Er gehe aber davon aus, "dass wir 2018 ein kräftiges Wachstum des Neugeschäfts bei Ratenkrediten sehen werden".

Finanzaufsicht

Brüssel, 18.12.2017 (Reuters) - Europas oberste Bankenabwicklerin, Elke König, bleibt für fünf weitere Jahre im Amt. Die Regierungen der EU-Länder segneten die Entscheidung am Montag ab, nachdem die EU-Kommission und das EU-Parlament den Schritt unterstützt hatten. König war bis Ende 2014 Präsidentin der deutschen Finanzaufsicht BaFin und leitet die EU-Behörde zur Abwicklung maroder Banken, den Single Resolution Board (SRB), seit deren Errichtung Anfang 2015. Ihre zweite Amtszeit läuft Ende 2022 ab. Zu den Aufgaben des SRB gehört im Falle einer Schieflage eines Instituts auch dessen geordnete Abwicklung. Unter Königs Aufsicht wurde dieses Jahr erstmals eine Bank nach den neuen EU-Vorschriften ganz auf Kosten der Eigentümer und Gläubiger abgewickelt. Dabei ging es um die spanische Banco Popular. Ihre Reste wurden an die Großbank Santander verkauft. Das beschloss das SRB im Juni.

Genossenschaftliche Zentralbank

Frankfurt, 12.12.2017 (Reuters) - Die DZ Bank stellt Insidern zufolge ihre vor allem wegen fauler Schiffskredite unter Druck stehende Tochter DVB Bank zum Verkauf. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, angepeilt würden entweder ein Komplettverkauf oder eine Zerschlagung verbunden mit dem Verkauf der Einzelteile. Noch sei nichts entschieden. Insidern zufolge berät die US-Investmentbank Goldman Sachs das Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken bei dem Deal. Die DZ Bank, die DVB und Goldman Sachs lehnten eine Stellungnahme ab.

Kontoverträge

Tübingen, 8.12.2017 (dpa) - Bei neu angelegten Konten hält das Landgericht Tübingen Negativzinsen für Kleinsparer für zulässig. Problematischer sei dies bei alten Kontoverträgen, argumentierten die Richter am Freitag in Tübingen. Bei der Verhandlung ging es um die Frage, ob Banken Negativzinsen für Sparguthaben ihrer Kunden berechnen dürfen. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte gegen die Volksbank Reutlingen geklagt, weil diese Negativzinsen auf Guthaben von Privatkunden für die Zukunft nicht ausschließen wollte. Eine Klausel zu Negativzinsen hatte die Bank allerdings nach dem Protest der Verbraucherschützer aus ihrem Preisverzeichnis gestrichen.

Renommierte Auszeichnung

Aachen, 8.12.2017 (dpa) - Der französische Staatspräsident und bekennende Europafreund Emmanuel Macron erhält für seine Verdienste um die Europäische Gemeinschaft in turbulenten Zeiten den Karlspreis 2018. Der 39-Jährige vertrete eine «kraftvolle Vision von einem neuen Europa», erklärten die Stadt Aachen und das Karlspreis-Direktorium am Freitag. Die Auszeichnung wird im Mai an Christi Himmelfahrt in Aachen übergeben.

Kapitalregeln

Frankfurt/Main, 7.12.2017 (dpa) - Mit einer weiteren Verschärfung der Kapitalregeln für Banken wollen Aufseher und Notenbanker rund um den Globus das Finanzsystem sicherer machen. Nach monatelangem Streit einigten sich Europäer und Amerikaner auf einen Kompromiss zur Ausgestaltung der nach der jüngsten Finanzkrise eingeführten sogenannten Basel-III-Regeln.

Ausstiegsperspektive

Frankfurt, 06.12.2017 (Reuters) - In der EZB-Führung wird auf dem langen Weg zum Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der nächste Schritt in den Blick genommen. An den Märkten dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass ein Ausstieg aus den Anleihenkäufen permanent hinausgeschoben werde, sagte EZB-Direktor Yves Mersch am Mittwoch in Frankfurt. Zwar könne ein zu rasches Ende der Käufe zu Marktturbulenzen führen. Aber je länger das Programm andauere, desto größer würden die Gefahren. "Zur Eindämmung dieser Risiken bedarf es einer glaubhaften Perspektive für den Ausstieg", betonte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Notenbank.

Finanzpolitik

Brüssel, 06.12.2017 (dpa) - Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen bringt die EU-Kommission eine ganze Reihe von Reformen auf den Weg. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) soll nach ihrem Willen in einen Europäischen Währungsfonds (EWF) umgewandelt werden. Zudem solle das Amt eines EU-Finanzministers eingerichtet werden, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssten den Vorschlägen zustimmen. Bereits vorab gab es erheblichen Gegenwind für die Projekte. Das «Nikolauspaket» von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker dürfte nun jahrelang für sehr kontroverse Debatten sorgen.