Zahlungsverkehrsstudie

Frankfurt/Main, 24.11.2017 (dpa) - In Deutschland haben Verbraucher laut einer Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) so viel Bargeld in der Brieftasche wie in keinem anderen Land der Eurozone. 2016 trugen die Bundesbürger im Schnitt 103 Euro bei sich - im Mittel der Euroländer waren es nur 65 Euro. Auf den weiteren Plätzen folgen Luxemburg (102 Euro) und Österreich (89). Am wenigsten Bargeld im Portemonnaie haben Portugiesen (29), Franzosen (32) und Letten (41).

Zahlungsverkehrsrecht

Karlsruhe, 22.11.2017 (dpa) - Bei einem Internet-Einkauf über Paypal hat im Streitfall nicht der Online-Bezahldienst das letzte Wort. Verkäufer können den Kunden trotz Paypal-Käuferschutzes später auf Zahlung in Anspruch nehmen, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe.

Globale Kapitalvorschriften

Frankfurt, 22.11.2017 (Reuters) - Die Bundesbank rechnet bei Annahme des aktuellen Kompromissvorschlags zu den globalen Kapitalvorschriften auch mit einer Umsetzung in allen Ländern. Zwar sei der Gesetzgeber dafür zuständig, sagte der Zentralbereichsleiter Banken und Finanzaufsicht bei der Bundesbank, Erich Loeper, am Mittwoch auf einer Konferenz in Frankfurt. "Ich glaube aber sehr wohl, dass, wenn es zu einem Agreement in Basel kommt, diese Regeln überall implementiert werden." Zudem habe der Baseler Ausschuss der Bankenregulierer die Möglichkeit, die Umsetzung in den einzelnen Ländern zu überprüfen. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret hatte kürzlich erklärt, eine Einigung sei in greifbarer Nähe. Es stünde ein Kompromiss im Raum, den wohl alle 28 Mitglieder des Baseler Ausschusses mittragen könnten.

Standortentscheidung

Paris/London/Frankfurt, 21.11.2017 (Reuters) - Frankreich hofft nach dem überraschenden Sieg bei der Abstimmung über den künftigen Sitz der EU-Bankenaufsicht EBA auf eine Sogwirkung. "Paris wird Sitz der European Banking Authority! Das ist eine Anerkennung für die Attraktivität und das Engagement Frankreichs für Europa", twitterte Präsident Emmanuel Macron. Die 185 Mitarbeiter der EBA verfassen und koordinieren die Regeln für alle Geldhäuser in der Staatengemeinschaft. Die Behörde, die auch für den alle zwei Jahre stattfindenden Bankenstresstest zuständig ist, befindet sich daher in konstantem Austausch mit Geldhäusern aus ganz Europa. Den Standort London muss die EBA wegen des bevorstehenden Brexits verlassen. Nun knallen die Champagnerkorken in Paris. Denn etliche noch unentschiedene Großbanken könnten ebenfalls an die Seine umziehen. Bislang hat mit HSBC erst ein internationales Geldhaus angekündigt, den EU-Sitz nach dem Brexit in der französischen Hauptstadt anzusiedeln.

Bankenaufsicht

Brüssel, 20.11.2017 (dpa) - Deutschland ist mit seinen Bewerbungen um den Sitz einer weiteren EU-Behörde gescheitert. Nach der Kandidatur von Bonn für die Arzneimittelagentur EMA fiel auch die von Frankfurt am Main für den Standort der Bankenaufsicht EBA durch, wie Diplomaten am Montagabend nach der ersten Runde einer geheimen Wahl berichteten.

Haushalt

Berlin, 9.11.2017 (Reuters) - Der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier sieht nach der Steuerschätzung finanzielle Spielräume für den Bund von rund 30 Milliarden Euro. Zum einen ergäben sich als Effekt der Steuerschätzung für die nächsten vier Jahre rund 15 Milliarden Euro, sagte Altmaier am Donnerstag in Berlin. Zusammen mit den bereits vorhandenen Spielräumen in der Finanzplanung von ebenfalls knapp 15 Milliarden Euro bedeute das für die neue Legislaturperiode einen finanzpolitischen Rahmen, "den man vorsichtig, aber konstruktiv nutzen kann, ohne ungebührliche haushalterische Risiken einzugehen". Die Einhaltung der Schuldenbremse sei gewährleistet. Das Ergebnis liege im Rahmen der bisherigen Erwartungen.

Wirtschaftspolitik

Berlin, 08.11.2017 (dpa) - Die "Wirtschaftsweisen" haben die künftige Bundesregierung aufgefordert, das Konjunkturhoch zur Neuausrichtung der Wirtschafts- und Steuerpolitik zu nutzen. Dazu gehöre auch eine Entlastung vor allem mittlerer Einkommen von Steuern und Abgaben, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Unter anderem sollte der Solidaritätszuschlag abgebaut werden.

Zahlungsverkehr

Tallinn, 2.11.2017 (dpa) - Das auf günstige internationale Überweisungen spezialisierte Start-up Transferwise hat sich in einer großen Finanzierungsrunde 280 Millionen Dollar für das künftige Wachstum besorgt. Mit dem Geld sollen das Geschäft mit Unternehmen ausgebaut und die internationale Expansion unter anderem in Asien beschleunigt werden.

Geldpolitik

Frankfurt, 26.10.2017 (Reuters) - Kurswechsel bei der EZB: Die Notenbank drosselt ihre vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe deutlich. Das Programm werde zwar bis mindestens Ende September 2018 verlängert, das monatliche Volumen aber zugleich ab Januar auf 30 Milliarden Euro halbiert, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt mit. Dadurch erhöht sich das angepeilte Gesamtvolumen um 270 Milliarden auf 2,55 Billionen Euro. Die Leitzinsen beließ die Europäische Zentralbank wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Dort liegen sie bereits seit März 2016.

Bilanz

Frankfurt/Main, 26.10.2017 (dpa) - Der erhoffte Aufschwung bei der Deutschen Bank lässt weiter auf sich warten. Für das dritte Quartal musste das größte heimische Geldhaus abermals ein rückläufiges Geschäft melden. Allerdings schaffte es das Institut dank Einsparungen, mehr zu verdienen. Unter dem Strich standen 649 Millionen Euro Gewinn - gut doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Vor Steuern waren es 933 nach zuvor 619 Millionen Euro.

Notenbank

Frankfurt, 26.10.2017 (Reuters) - Die Geldschwemme der EZB schiebt die Kreditvergabe in der Euro-Zone zunehmend an. Banken reichten im September an Unternehmen 2,5 Prozent mehr Darlehen aus als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Im August hatte der Zuwachs 2,4 Prozent betragen. An private Haushalte vergaben die Institute im September 2,7 Prozent mehr Kredite.

Kreditvergabe


Frankfurt, 24.10.2017 (Reuters) - Deutsche Geldhäuser sind Unternehmen bei der Kreditvergabe zuletzt etwas entgegengekommen. Die Institute lockerten im dritten Quartal im Zuge der konjunkturellen Erholung und der Geldschwemme der EZB ihre Vergabestandards für Firmendarlehen leicht, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank hervorgeht. Laut Bundesbank lockerten die hiesigen Institute zudem bei Darlehen für den privaten Wohnungsbau und bei Verbraucherkrediten ihre Standards leicht.

Geldpolitik

Frankfurt, 13.10.2017 (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Ausstieg aus dem Kaufprogramm für Anleihen laut Kreisen offenbar mit einer vergleichsweise starken Reduzierung starten. Die Notenbank erwäge ihre monatlichen Anleihekäufe ab Januar mindestens um die Hälfte zu kürzen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag und berief sich auf namentlich nicht genannte Personen, die mit der Diskussion vertraut seien. Das eingeschränkte Kaufprogramm solle im kommenden Jahr noch mindestens neun Monate fortgesetzt werden, hieß es weiter.

Regulierung

London, 10.10.2017 (Reuters) - Im zähen Ringen um eine Reform der weltweiten Kapitalvorschriften für Banken steuern die USA und Europa Insidern zufolge auf einen Kompromiss zu. Beim Hauptstreitpunkt - inwieweit Großbanken die Risiken in ihren Bilanzen mit internen Modellen herunterrechnen dürfen, um Kapital zu sparen - könne man sich wohl in der Mitte treffen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen aus Aufsichtsbehörden und Banken der Nachrichtenagentur Reuters.

Firmenkunden

Das von KfW Research geschätzte Kreditneugeschäft der deutschen Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen gewinnt weiter an Tempo: Im 2. Quartal 2017 hat es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit +4,8 % erneut stark zugelegt, nachdem bereits im Vorquartal die Wachstumsrate bei +2,9 % gelegen hatte. Zurzeit entwickelt sich die Kreditvergabe damit so dynamisch wie seit Beginn der Finanzmarktkrise nicht mehr. Und das aus einem deutlich erfreulicheren Grund: Hatte vor zehn Jahren der abrupte Wirtschaftsabschwung zur Folge, dass Unternehmen aufgrund von Liquiditätsengpässen verstärkt kurzfristige Kredite in Anspruch nehmen mussten, so spiegelt die aktuelle Belebung die anhaltend robuste Konjunktur in Deutschland wider, die zu steigender Investitionsneigung – und damit einhergehend Kreditnachfrage – führt.

Wettbewerber

Berlin/Paris, 05.10.2017 (dpa) – Seit Wochen wird über einen Verkauf der Commerzbank-Anteile des Bundes spekuliert. Als ein möglicher Interessent wird immer wieder die französische Großbank BNP Paribas genannt. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums wollte dies am Donnerstag nicht kommentieren. Sie bekräftigte, dass nicht über einen Verkauf der Bundesanteile verhandelt werde: "Unsere Position zur Commerzbank war und ist unverändert. Wir stehen nicht unter Zeitdruck." Ziel sei es, für den Steuerzahler "perspektivisch ein gutes wirtschaftliches Ergebnis" zu erzielen.

Bankrecht

Frankfurt am Main, 4.10.2017 (Reuters) - Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat einem Medienbericht zufolge beim Landgericht Wiesbaden Anklage wegen umstrittener Cum-Ex-Geschäfte erhoben. Mehrere frühere Aktienhändler der HypoVereinsbank (HVB) und ein Rechtsanwalt würden der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall beschuldigt, berichteten die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR. Damit könnte es zum ersten Strafprozess in Deutschland wegen dieser Aktien-Deals kommen. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Landgericht Wiesbaden sagten am Mittwoch, sie dürften aus rechtlichen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft erteilen.

Finanzbranche

München/Zürich, 20.09.2017 – Kapitalerhöhungen, Teilverkäufe, Abbau von Risiken und Personal: Die europäischen Banken haben in den vergangenen zehn Jahren viele Register gezogen, um die Finanzkrise hinter sich zu lassen. Doch nur 38 Prozent der größeren Institute in Europa stehen gut da. Dagegen ist der Zustand von mehr als einem Viertel äußerst besorgniserregend. Das zeigt die Studie "Battle of the Banks: The Fight for Profitable Business Models in Europe" der internationalen Managementberatung Bain & Company, für die insgesamt 111 Kreditinstitute analysiert wurden.

EU

London, 14.09.2017 (Reuters) - Die Europäische Kommission spricht sich für eine Zentralisierung der Finanzmarktaufsicht in der Europäischen Union (EU) aus. Die nationalen Aufsichtsbehörden sollten alle die gleichen Prioritäten verfolgen, sagte der Kommissions-Vizepräsident Valdis Dombrovskis am Donnerstag in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Er forderte zugleich, die Banken sollten die Kosten für die Aufsicht durch Behörden wie die Europäische Finanzmarktaufsicht (ESMA) mittragen.

EU

Straßburg/Berlin, 13.09. 2017 (Reuters) - EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will bei neuen Steuergesetzen in Europa das Tempo erhöhen und die Blockade einzelner Länder aushebeln. Zugleich trat er bei der in Deutschland umstrittenen Einführung einer gemeinsamen Einlagensicherung für Bankguthaben auf die Bremse: "Eine gemeinsame Einlagensicherung kann es nur dann geben, wenn jeder seine nationalen Hausaufgaben erledigt", sagte Juncker am Mittwoch in einer Grundsatzrede zur Lage der Europäischen Union vor dem EU-Parlament in Straßburg. Die Bankenunion, die mit der gemeinsamen Absicherung vollendet werden soll, funktioniere nur, wenn die Begrenzung und das Teilen von Risiken Hand in Hand gingen. Deshalb müssten Vorbedingungen erfüllt werden, die von der EU-Kommission im November 2015 vorgeschlagen worden seien, sagte Juncker. Die EU-Einlagensicherung (Edis) stößt in der Bundesregierung und bei deutschen Banken auf Skepsis, weil sie eine gemeinsame Haftung fürchten, wenn Geldhäuser in anderen Mitgliedsländern in Schieflage geraten.