Geldpolitik

Sintra, 19.06.2018 (Reuters) - EZB-Präsident Mario Draghi hat ein behutsames Vorgehen bei einer künftigen Zinsanhebung angekündigt. "Wir werden geduldig bleiben, was die Bestimmung des Timings unserer ersten Zinserhöhung betrifft und wir werden danach schrittweise vorgehen bei der Anpassung der Geldpolitik", sagte der Italiener am Dienstag auf einer Notenbank-Konferenz der Europäischen Zentralbank im portugiesischen Sintra. Am Geldmarkt würden diese Erwartungen weitgehend widergespiegelt. Derzeit wird dort mit einer ersten Anhebung des Einlagensatzes im September 2019 gerechnet. Dieser liegt aktuell bei minus 0,4 Prozent. Banken müssen also Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der Notenbank über Nacht Geld parken.

Europa

Sintra, 19.06.2018 (Reuters) - Die Bankenaufseher der EZB streben Insidern zufolge im Ringen um neue Regeln für Geldhäuser zum Abbau von Problemkrediten eine Kompromisslösung an. Auf diese Weise könnten sowohl die Aufseher ihr Gesicht wahren als auch schwächere Länder die Vorgaben akzeptieren, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Vorschlag könnte unter anderem, den Banken einige Jahre Zeit für die Vorsorge geben und Ausnahmen einführen für Länder, in denen der Gesetzesrahmen nur einen langsamen Zugriff auf gestellte Sicherheiten ermögliche. Eine Entscheidung werde wohl im Sommer gefällt.

Wettbewerb

Berlin, 22.05.2018 (dpa) - Die Postbank will bis Ende 2018 etwa jede zehnte ihrer rund 1000 Filialen schließen. "Am Ende werden es deutlich über 100 in diesem Jahr sein", zitierte die Bild am Sonntag Postbank-Vorstandsmitglied Susanne Klöß. Auf einer internen Streichliste, die der Zeitung eigenen Angaben zufolge vorliegt, seien allein 72 über ganz Deutschland verteilte Standorte aufgeführt: von Albstadt (Baden-Württemberg) bis Zwickau (Sachsen). Das Bundesland Nordrhein-Westfalen sei demnach mit 21 Schließungen am stärksten betroffen. Die Filial-Schließungen laufen nach Angaben der Zeitung seit Februar und sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Zahlungsverkehr

Berlin, 22.05.2018 - Die Rechnung im Restaurant unter Freunden teilen? Dem Patenkind einen Geldbetrag zum Geburtstag übergeben? Seit Ende 2016 bieten Volksbanken und Raiffeisenbanken unter der Bezeichnung "Geld senden & anfordern“ sowie Sparkassen mit "Kwitt“ in ihren Banking-Apps ihren Kunden das einfache bargeldlose Senden von Geld über das Smartphone an. Seit Februar 2018 sind die beiden Bezahllösungen untereinander interoperabel, so dass Kunden beider Institutsgruppen über diese Lösungen bereits gegenseitig Geld senden und anfordern können. Ab Anfang Juni 2018 werden beide Institutsgruppen diese jeweiligen Angebote nun auch unter dem gemeinsamen Markennamen Kwitt anbieten.

Wertpapiergeschäft

Frankfurt am Main, 15.05.2018. Nach einer aktuellen Studie der auf Finanzdienstleister spezialisierten Managementberatung Investors Marketing zeigen Banken und Sparkassen nur wenig Engagement, um ihre Kunden für Wertpapiere zu interessieren. Selbst von den Kunden mit Wertpapieren wurden 25 Prozent noch nie auf Anlagen beispielsweise in Aktien angesprochen, so ein Ergebnis der Studie. „Diese Zurückhaltung ist nur schwer verständlich", sagt Thomas Wollmann, Vorstand bei Investors Marketing (IM). „Denn so lassen die Institute wertvolle Ertragschancen ungenutzt, und zwar sowohl für das eigene Haus als auch für ihre Kunden."

Zentralbanken

Frankfurt, 08.05.2918 (Reuters) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden des Verwaltungsrats der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gewählt worden. Seine zweite Amtszeit beginne am 1. November 2018, teilte die BIZ am Dienstag in Basel mit. Der Verwaltungsrat kommt mindestens sechs mal im Jahr zusammen. Er legt Strategie und Ausrichtung der BIZ fest, die als Zentralbank der Notenbanken gilt und eine wichtige Denkschmiede für die internationale Geldpolitik ist. Bei der BIZ sind zudem wichtige Gremien wie der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht angedockt, der die globalen Standards für die Regulierung der Kreditwirtschaft festsetzt.

 

Europa

Berlin, 02. Mai (Reuters) - Die umstrittene EU-Einlagensicherung könnte einer Studie zufolge die Gefahren in der Euro-Zone durch faule Bankkredite nur schwer auffangen. Es gebe weiter signifikante Risiken in den Bilanzen systemrelevanter Geldhäuser des Währungsraumes, heißt es in einer Reuters am Mittwoch vorliegenden Untersuchung des arbeitgebernahen Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Der Anteil an faulen Krediten sei dabei zwischen den einzelnen Banken so unterschiedlich, dass eine gemeinsame Einlagensicherung zu einem dauerhaften Transfermechanismus führe.

Geldpolitik

Frankfurt, 26.04.2018 (Reuters) - Die Europäische Zentralbank scheut angesichts von Sorgen vor einem eskalierenden Handelsstreit und einer möglichen Abschwächung der Konjunktur vor größeren Entscheidungen zunächst zurück. Die EZB fällte am Donnerstag auf ihrer Zinssitzung in Frankfurt noch keinen Beschluss zu den vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufen. Denn die jüngsten Konjunkturdaten fielen für EZB-Chef Mario Draghi unerwartet schwach aus. Sollte das Wirtschaftswachstum abflauen, dürfte die angestrebte Kurswende schwierig werden. "Wenn wir eine Anhebung der Zölle haben, eine Zunahme des Protektionismus, könnte es direkte Auswirkungen geben", sagte Draghi mit Blick auf die Wirtschaft. Bisher habe sich der Protektionismus noch weitgehend verbal geäußert und noch keine Spirale von Schutzzöllen und Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt. "Doch wir wissen noch nicht, welches Ausmaß die Vergeltung annehmen wird."

Eurozone

Berlin, 19.04,2018 (Reuters) – Die Bundesregierung will den Weg zu einer gemeinsamen europäischen Absicherung von Bank-Spareinlagen nicht dauerhaft versperren. "Wir sind auch bereit, in einer vielleicht nicht unmittelbaren, aber ferneren Zukunft, ein gemeinsames Einlagensicherungssystem zu machen", sagte Merkel am Donnerstag auf einer Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Berlin. "Aber wir wollen, dass Haftung und Risiken durchaus zusammengehalten werden", ergänzte die CDU-Politikerin. Sie sei "sehr optimistisch", dass man die Bankenunion vollenden könne. Hintergrund ist die Debatte, wie weit die faulen Kredite bei den Banken abgebaut sein müssen, bevor eine europäische Solidarität für in Not geratene Finanzinstitute greifen soll.

Ergebnis

Frankfurt/Main, 12.04.2018 (dpa) - Die staatliche Förderbank KfW bekommt die Zinsflaute zunehmend zu spüren. Im vergangenen Jahr fiel der Konzerngewinn mit gut 1,4 Milliarden Euro wie angekündigt niedriger aus als im Jahr zuvor. Damals hatte die KfW beim Überschuss knapp die Marke von zwei Milliarden Euro überschritten, obwohl üppige Gewinne nicht das Hauptziel des Instituts sind. "Wir haben immer gesagt, dass wir keine Zwei-Milliarden-Euro-Bank sind", sagte der neue Vorstandschef Günther Bräunig am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanz 2017.

Zahlungsverkehr

Frankfurt/Main, 03.04.2018 (dpa) - Kontaktloses Bezahlen an der Ladenkasse im Vorbeigehen oder mit einer App auf dem Handy - neue Bezahlverfahren sind im Kommen. Doch nicht alle Menschen können oder wollen auf diese Weise ihre Einkäufe bezahlen. Nahezu alle Bundesbürger befürchten einer Umfrage der Bundesbank zufolge, dass sich beispielsweise ältere Menschen in einer Welt ohne Bargeld nicht mehr zurecht finden würden. «Verbraucher müssen auch künftig und durchgängig die Wahl haben, ob sie mit neuen Technologien oder lieber bar zahlen wollen», fordert Finanzexperte Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Finanzbranche

Berlin/München, 20.03.2018 (dpa-AFX) - Die Berliner Smartphone-Bank N26 hat sich von Investoren wie dem Versicherer Allianz eine Millionensumme für ihren Geschäftsausbau gesichert. Insgesamt brachte die Finanzierungsrunde dem Unternehmen 160 Millionen Dollar (130 Mio Euro) ein, wie N26 am Dienstag in Berlin mitteilte. Der Bank zufolge ist dies die bisher größte Eigenkapital-Finanzierung im deutschen Fintech-Sektor abseits von Börsengängen. Unter den Geldgebern ist auch der chinesische Internet-Riese Tencent.

Wertpapiergeschäft

20. März 2018 - Die Zinsen bleiben dauerhaft niedrig: Davon sind knapp zwei Drittel der Deutschen - 64 Prozent - überzeugt. Dass sie in den kommenden zwölf Monaten steigen, glauben sogar nur 2 Prozent der Befragten. Am Sparverhalten der Deutschen ändert das Zinsniveau allerdings wenig. Knapp die Hälfte der Befragten würde auch bei steigenden Zinsen ihre Geldanlage nicht anpassen. Dies sind Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Studie "Aktienkultur in Deutschland", für die 2.000 Bundesbürger ab 18 Jahren im Auftrag der "Aktion pro Aktie" im Januar 2018 befragt wurden.

Ergebnis

Frankfurt am Main, 13.03.2018 ─ Im Geschäftsjahr 2017 haben sich die 915 Volksbanken und Raiffeisenbanken, PSD Banken, Sparda-Banken sowie genossenschaftlichen Spezialinstitute mit einem voraussichtlichen Betriebsergebnis nach Bewertung von 7,3 Milliarden Euro operativ gut behauptet. „Dank Kraftanstrengungen bei den Kosten und dem signifikanten Geschäftswachstum konnte das Ergebnis des Vorjahres im anspruchsvollen Umfeld einer anhaltenden Niedrigzinsphase, eines hohen Wettbewerbs und steigender regulatorischer Anforderungen gehalten werden", erklärt Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 67,4 Prozent nach 68,2 Prozent im Jahr 2016. Ihren Jahresüberschuss nach Steuern und Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken hielten die Kreditgenossenschaften mit voraussichtlich 1,6 Milliarden Euro stabil.

Kapitalmarkt

Frankfurt/Main, 12.03.2018 (dpa) - Der Börsengang des Vermögensverwaltungstochter DWS soll der Deutschen Bank 1,5 Milliarden bis 1,8 Milliarden Euro in die Kasse spülen. Ein guter Teil des Geldes kommt vom größten japanischen Lebensversicherer Nippon Life. Dieser habe sich verpflichtet, fünf Prozent der DWS-Anteile zum Platzierungspreis zu erwerben, teilte der Dax-Konzern mit. Erster Handelstag soll der 23. März 2018 sein.

Geschichte und Zukunft

Mainz, 09.03.2018 (dpa) - Die lange verstaubt wirkende Rechtsform der Genossenschaft erlebt in Zeiten vieler Umbrüche mit ihrer Betonung der Solidarität eine Renaissance. «Viele Organisationen verlieren heute Mitglieder, aber bei Genossenschaften zeigt der Trend klar nach oben», sagte der Vorsitzende der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft, Werner Böhnke. Mehr als 22 Millionen Menschen in Deutschland seien Mitglied einer Genossenschaft. «Die Spanne reicht von A bis Z, von Apotheker- bis zur Zweiradgenossenschaften.»

Digitalisierung/Retailbanking

Frankfurt/Main, 07.03.2018 (dpa) - Mit neuen digitalen Angeboten wollen Deutschlands Sparkassen angesichts der sinkenden Bedeutung der Filiale Boden gutmachen. «2018 wird ein Jahr sein, in dem die Sparkassen wesentliche Innovationen für eine breite Kundschaft einführen werden», kündigte der seit Jahresbeginn amtierende Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, am Mittwoch in Frankfurt an.

Landesbankprivatisierung

Kiel/Berlin, 28.02.2018 (Reuters) - Erstmals wird in Deutschland eine Landesbank privatisiert: Die in der Finanzkrise in schwere Not geratene HSH Nordbank soll 15 Jahre nach ihrer Gründung an ein Konsortium um die US-Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers verkauft werden. Für 94,9 Prozent der Anteile zahlen sie eine Milliarde Euro. Hamburg und Schleswig-Holstein besiegelten den Deal am Mittwoch in einer gemeinsamen Kabinettssitzung in Kiel. "Wir ziehen einen Schlussstrich unter den Ausflug der Länder in die Geschäftsbankenwelt", sagte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther. Das Engagement sei "sehr teuer für den Steuerzahler geworden". Der Vertrag ist unterzeichnet. Allerdings muss der Verkauf noch von beiden Landesparlamenten und der EU-Kommission abgesegnet werden.

Digitalwährungen

Frankfurt/Berlin, 28.02.2018 (dpa-AFX) - Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat sich gegen ein Verbot von Kryptowährungen ausgesprochen. Für digitale Währungen wie Bitcoin sollte es zwar klare gesetzliche Regelungen geben, diese dürften aber nicht auf Kosten der Technologie dahinter erfolgen. "Das Fehlen klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen kann genauso wie ein Zuviel an Regulierung den Erfolg der Blockchain-Technologie gefährden", teilte der Verband am Mittwoch mit.

Ratenkreditgeschäft

Berlin, 26.2.2018 (dpa) - Der Preiskampf bei Ratenkrediten zieht die Zinsen noch tiefer in den negativen Bereich. Nachdem das Vergleichsportal Check24 am Montag einen Kredit mit einem effektiven Jahreszins von minus 1,5 Prozent bewarb, senkte Konkurrent Smava den Zinssatz bei seinem Vorzeigeprodukt auf minus 3,0 Prozent. Allerdings ist die Kreditsumme in beiden Fällen auf 1000 Euro begrenzt und nur Verbraucher mit guter oder sehr guter Bonität können den Kredit in Anspruch nehmen. Sie müssen am Ende dank Negativzinsen weniger Geld zurückzahlen, als sie aufgenommen haben.

Bankenunion

Berlin, 23.02.2018 (Reuters) - Trotz des Widerstands deutscher Banken hält der EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis an der Idee einer europäischen Einlagensicherung fest. Durch eine solche Sicherung werde das Vertrauen der Sparer gestärkt, was wiederum die Gefahr eines Bankenansturms in der EU verringern würde, sagte der für den Euro-Raum zuständige Dombrovskis am Freitag auf einer Konferenz des "Handelsblatts" in Berlin laut Redetext. Dadurch ergebe sich ein zweiter Vorteil: "Ein geringeres Risiko eines Bankenansturms bedeutet, dass es mehr Zeit für eine geordnete Abwicklung gibt". Das Ergebnis sei, dass weniger auf Steuergelder zur Rettung von Banken zurückgegriffen werden müsse sowie das Bankensystem und die gemeinsame Währung stabiler würden.