Jahresabschluss
Vertreterversammlung der Sparda-Bank West beschließt 1,5 Prozent Dividende
Düsseldorf | 06.11.2020 | Sparda-Bank West eG

Die Sparda-Bank West zahlt für das Geschäftsjahr 2019 eine Dividende in Höhe von 1,5 Prozent pro Genossenschaftsanteil. Dies war eine der zentralen Entscheidungen der ersten digitalen Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte das aus 395 Mitgliedervertreterinnen und Mitgliedervertretern bestehende Gremium nicht im Rahmen einer Präsenzveranstaltung tagen, sondern nutzte dafür eine digitale Plattform. Informiert und diskutiert wurde darauf vom 2. bis 5. November. Einen Tag später folgten die Abstimmungen der 342 teilnehmenden Mitgliedervertreter. Passend zur Dividende gibt es für Mitglieder und Kunden der Sparda-Bank West eine weitere gute Nachricht: Sie können ab sofort bis zu 200 Genossenschaftsanteile zeichnen.

„Wir wissen, dass das Dividenden-Thema zurzeit kontrovers diskutiert wird“, sagt Manfred Stevermann, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank West. Und er ergänzt: „Für uns ist diese Auszahlung vertretbar, da wir 2019 mit einem soliden Ergebnis abschließen konnten und unsere Kapitalausstattung stimmt.“ Diese Faktoren waren auch der Finanzaufsicht (BaFin) wichtig, als sie Ende Juli drei Kriterien veröffentlichte, nach denen ab November 2020 Dividendenzahlungen möglich seien: eine positive Ertragsperspektive in der Mehrjahresplanung, die Einhaltung der Eigenkapitalregeln sowie das Vorhalten eines entsprechenden Stresspuffers. Manfred Stevermann sieht diese Vorgaben von der Sparda-Bank West als erfüllt: Die Prognose für die Ertragsentwicklung in den nächsten Jahren ist positiv, weil sich die Bank strukturell neu ausgerichtet hat. Und auch beim Eigenkapital sieht es gut aus: Zum 31. Juli 2020 lag die Gesamtkapitalquote der Bank bei 18,5 Prozent und damit deutlich über der Mindestanforderung.

Im Geschäftsbericht 2019, der zu Beginn der Corona-Pandemie erstellt worden ist, war die Bank noch von einer Dividende in Höhe von 2 Prozent ausgegangen. „Aufgrund der besonderen und noch nicht abschätzbaren Auswirkungen von Covid-19 haben wir den Dividendenvorschlag auf 1,5 Prozent reduziert und sind davon überzeugt, dass wir die Mitglieder damit angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Genossenschaft teilhaben lassen“, sagt Manfred Stevermann.

200 Genossenschaftsanteile: Gut für die Bank und für ihre Mitglieder

Seit dem 1. November dürfen Mitglieder und Kunden der Sparda-Bank West bis zu 200 Genossenschaftsanteile zeichnen; die bisherige Obergrenze lag bei 100. „Wir schaffen so eine in doppelter Hinsicht positive Situation“, sagt Manfred Stevermann. „Unseren Mitgliedern bieten wir damit ein absolutes Mehr an Dividende. Und für die Bank als Ganzes geht es um nachhaltiges Wachstum beim Eigenkapital, was uns insbesondere beim wichtigen Wachstum im Baufinanzierungsgeschäft die nötigen Handlungsspielräume erhält.“

Baufinanzierungen: Kunden schätzen Kompetenz und Konditionen

Diese Handlungsspielräume sind wichtig, weil daraus Lebensräume für Menschen werden. Kunden den großen Lebenstraum von eigenen vier Wänden zu erfüllen, ist eine der zentralen Stärken der Sparda-Bank West. „Unsere Mischung aus Top-Kompetenz bei der Beratung und Top-Konditionen kommt bei den Menschen an“, sagt Manfred Stevermann. Ein wichtiger Gradmesser dafür ist das Baufinanzierungsneugeschäft: Hier legte die Bank 2019 um satte 17,7 Prozent zu und konnte Kreditzusagen im Gesamtumfang von 1,4 Milliarden Euro machen. Und weil die Kunden im selben Zeitraum nicht im gleichen Maße Kredite tilgten, ist der Gesamtbestand im Geschäftsjahr 2019 um 128 Millionen Euro (+ 2,1 %) auf 6,3 Milliarden Euro gestiegen.

Bilanzsumme: weiteres Wachstum

Weiter gewachsen ist erneut auch die Bilanzsumme der Sparda-Bank West. Sie lag Ende 2019 bei 12,6 Milliarden Euro (+ 3,8 %). Damit festigte die Bank ihre Position unter den Top 5 der größten Genossenschaftsbanken hierzulande. Nach oben ging es erneut auch bei den Kundeneinlagen, sie stiegen auf fast 11,4 Milliarden Euro (+ 4,5 %).

Provisionsergebnis: Erwartungen mehr als erfüllt

In Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen und einem stetig sinkenden Zinsergebnis – im vergangenen Geschäftsjahr ging es hier um 5,3 Prozent auf 139,8 Millionen Euro nach unten – werden Provisionen immer wichtiger. Und in diesem Bereich war die Sparda-Bank West 2019 auch besonders erfolgreich. Am Ende lag der Provisionsüberschuss bei 53,6 Millionen Euro und damit 4,6 Millionen Euro höher als im Jahr zuvor (+ 9,4 %). Die Zuwächse beim Provisionsergebnis konnten das Minus beim Zinsertrag allerdings nicht ausgleichen, darum ging der Jahresüberschuss um 3,3 Millionen Euro auf 7,5 Millionen Euro zurück.

Strukturelle Neuausrichtung: Für die Zukunft gut aufgestellt

Für die großen Herausforderungen der Bankenbranche – dauerhaft niedrige Zinsen, hohe Aufwände für die Digitalisierung – hat sich die Sparda-Bank West im vergangenen Geschäftsjahr passend aufgestellt: Die Fusion mit der Sparda-Bank Münster wurde vollständig abgeschlossen, die Kontomodelle wurden angepasst und die Straffung der Filialstruktur eingeleitet. All das wurde von den Kunden weitgehend mitgetragen, auch wenn die Zahlen – wie erwartet – leicht zurückgegangen sind. Ende 2019 zählte die Sparda-Bank West 598.721 Mitglieder (- 2,3 %) und 701.186 Kunden (-2,3 %). Im selben Zeitraum kamen allerdings auch 13.566 neue Kunden und 6.444 neue Mitglieder hinzu. „Das zeigt, dass wir im Wettbewerb sehr gut mithalten können“, kommentiert Manfred Stevermann die Zahlen.

Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand

Für den Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank West ist klar: „Die virtuelle Vertreterversammlung soll eine Ausnahme bleiben, aber in diesen Zeiten geht der Gesundheitsschutz vor.“ Die Gremien der Bank haben sich auch im digitalen Raum als vollständig handlungsfähig erwiesen. Vorstand und Aufsichtsrat der Bank wurden entlastet. Zudem wurden die Aufsichtsratsmitglieder Ulrich Dettmann, Dietmar Giesen, Stefanie Moser und Sven Schmitte wiedergewählt. Neben dem digitalen Format gab es eine weitere Premiere: Für Anke Beckemeyer, seit Ende Juni Aufsichtsratsvorsitzende der Bank, war es die erste Vertreterversammlung in dieser Funktion. Auch sie hofft, „dass wir uns im kommenden Jahr wieder persönlich treffen können“

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