Jahresabschluss
Pandemie zeigt keine besonderen Auswirkungen auf die Geschäfte der BAG
Hamm | 31.05.2021 | BAG Bankaktiengesellschaft

Äußerst zufrieden zeigte sich der Vorstand der BAG Bankaktiengesellschaft, Hamm, anlässlich der heutigen Bilanzpressekonferenz mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2020, nachdem der Jahresabschluss des Instituts in der Vorwoche durch den Aufsichtsrat der Bank festgestellt wurde. Acht Mio. € sollen aus dem Jahresergebnis 2020 der BAG an die Sicherungsreinrichtung der Volks- und Raiffeisenbanken, welche mit 99,99% Trägerin der BAG ist, abgeführt werden. Dieser Betrag liegt um drei Mio. € über dem Niveau, das der BAG-Vorstand in der Bilanzpressekonferenz vor einem Jahr avisiert hatte. Auch für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand der Bank gemäß den aktuellen Planungen eine Abführung i.H. von ca. acht Mio. €.

Die Covid-19-Pandemie hatte dabei kaum Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der BAG. „Der regelmäßige Kontakt und Austausch mit den Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und Verbundunternehmen über Unterstützungsleistungen im Rahmen unseres Geschäftsauftrages konnte bewahrt werden, auch wenn dieser aufgrund der Kontaktbeschränkungen überwiegend digital erfolgte.“, führte Vorstandssprecher René Kunsleben aus. So unterhielt die BAG-Gruppe zum Ende des Geschäftsjahres 2020 Vertragsbeziehungen zu 351 Volks- und Raiffeisenbanken und konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr Problemkredite und Inkassoforderungen i.H. von 64 Mio. € übernehmen. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Das Bearbeitungsergebnis im Kreditgeschäft ist von 21,7 Mio. € auf 9,9 Mio. € zurückgegangen, aber weiterhin deutlich positiv. „Der Rückgang des Bearbeitungsergebnisses im Kreditgeschäft ist nicht etwa auf einen pandemiebedingten Anstieg der Wertberichtigungen zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Tatsache, dass unsere Altforderungen nahezu vollständig bearbeitet sind und insofern geringere Potentiale für Auflösungen von Wertberichtigungen bestehen.“, so Kunsleben. Insgesamt habe sich der Bestand an Risikovorsorgen im Jahresverlauf reduziert und bewege sich nun im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Dies sei darauf zurückzuführen, dass sich Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Spar- und Darlehenskassen in der Krise bislang gut behauptet hätten. Eine signifikante Zunahme an Problemkrediten sei in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe bislang nicht festzustellen, so der Vorstand in seinen Ausführungen. Gleichwohl sei die weitere Entwicklung, insbesondere mit einem möglichen Ende der staatlichen Transferleistungen, abzuwarten.

Für den potentiellen Fall eines Anstiegs an Problemkrediten haben sich die Volks- und Raiffeisenbanken vorsichtshalber BAG-Kapazitäten gesichert. So konnten 23 neue Rahmenverträge für die Problemkreditbearbeitung im Rahmen des Servicing abgeschlossen werden. Aktuell bestehen 157 dieser Rahmenverträge. Neben den vertrieblichen Erfolgen war das abgeschlossene Geschäftsjahr von der Migration auf das Kernbankensystem „agree21“ der Fiducia & GAD IT AG, dem genossenschaftlichen IT-Dienstleister, geprägt. Nach einer über zweijährigen Projektlaufzeit konnten die Migration im September 2020 und das Gesamtprojekt im März 2021 vollständig abgeschlossen werden. „Die Migration hat erhebliche Ressourcen sowohl bei der BAG als auch bei der Fiducia & GAD IT AG gebunden. Dank der Anstrengungen aller am Projekt Beteiligten konnte im Ergebnis eine deutliche Verbesserung der Zugänge und Schnittstellen für die Zusammenarbeit mit den Volks- und Raiffeisenbanken erreicht werden“, erklärte René Kunsleben. Trotz der Migrationsaufwendungen gingen die Sachaufwendungen der Bank im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Mio. € leicht auf 7,9 Mio. € zurück. Das Ergebnis aus den bankeigenen Immobilien hat sich gleichzeitig um 2,4 Mio. € auf 5,9 Mio. € verbessert.

Für das laufende Geschäftsjahr blickt die BAG Bankaktiengesellschaft stolz auf die Aufzeichnung „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2021“ des Wettbewerbs von Great Place To Work®. „Wir sind besonders erfreut darüber, dass unsere Mitarbeitenden – gerade in Coronazeiten – der BAG so ein positives Zeugnis ausstellen. 92 Prozent aller Mitarbeitenden der BAG stimmen der Aussage zu, dass dies hier ein sehr guter Arbeitsplatz ist“, sagte Kunsleben. Zum Ende des Jahres 2020 waren 107 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (in Vollzeitstellen, Vorjahr: 110) bei der BAG beschäftigt, der Personalaufwand ging leicht um 0,2 Mio. € auf 9,0 Mio. € zurück.

Der bisherige Geschäftsverlauf deutet auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr hin. Die bereits übernommenen Problemkredite und Inkassoforderungen i.H. von 31 Mio. € liegen rd. 19% über dem Vorjahresniveau. Einen Anstieg von notleidenden Krediten auf breiter Basis erwartet der Vorstand gleichwohl nicht, zumal Forderungsankäufe derzeit kaum stattfänden und die BAG vielmehr als Dienstleister im Rahmen des sog. „Outsourcing“ gefragt sei. Im Fokus steht bei der BAG deshalb der weitere Ausbau einer digitalen Problemkreditbearbeitung. In Partnerschaft mit dem genossenschaftlichen IT-Dienstleister Fiducia & GAD IT AG wird eine sog. „Agenturlösung“ für die Bearbeitung von Problemkrediten entwickelt, die eine Bearbeitung direkt auf den Systemen der Volks- und Raiffeisenbanken ermöglicht. Im IV. Quartal 2021 soll die neue Dienstleistung in Produktion gehen. „Mit der Agenturlösung ist eine vollständige Digitalisierung und Automatisierung der Problemkreditprozesse als Servicer für die Primärbanken verbunden, wodurch auch die bislang beim Auftraggeber noch vorhandenen Resttätigkeiten entfallen sollen“, erklärt das für die Kreditbearbeitung zuständige Vorstandsmitglied Mark Binczick. Aber auch das Thema „Nachhaltigkeit“ gewinnt an Bedeutung. Im Rahmen der vom Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verfolgten Nachhaltigkeitsstrategie sieht der Vorstand Potenziale, dass die BAG Bankaktiengesellschaft sog. „brown“ oder „stranded“ Investments übernimmt, um damit die Primärbanken von nicht strategischen Assets zu entlasten. „Die BAG kann nicht zuletzt aufgrund ihrer über 30-jährigen Expertise rund um problembehaftete Risikopositionen den Volks- und Raiffeisenbanken ihre Unterstützung auch bei dem Transformationsprozess zu mehr Nachhaltigkeit anbieten“, so der BAGVorstand abschließend.

Die BAG Bankaktiengesellschaft, ist das auf die Bearbeitung von problembehafteten Krediten, Immobilien und Beteiligungen ausgerichtete Kompetenzzentrum der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken mit Sitz im westfälischen Hamm. Neben den von der BAG selbst erbrachten Bankdienstleistungen gehören drei Tochtergesellschaften zur BAG-Gruppe, die sich auf die Immobilienbewertung, die Immobilienvermarktung und das Inkassogeschäft mit abgeschriebenen Forderungen konzentrieren.

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