Jahresabschluss
Genossenschaftsbank zahlt Mitgliedern 1,5 Prozent Dividende
Düsseldorf | 30.06.2021 | Sparda-Bank West eG
Vertreterversammlung der Sparda-Bank West

Für das Geschäftsjahr 2020 zahlt die Sparda-Bank West ihren mehr als 577.000 Mitgliedern erneut eine Dividende in Höhe von 1,5 Prozent pro Genossenschaftsanteil. Entschieden wurde das heute im Rahmen der Vertreterversammlung, die aufgrund der Corona-Pandemie mittlerweile zum zweiten Mal in einem digitalen Format abgehalten wurde. 346 von insgesamt 395 Mitgliedervertreterinnen und -vertretern nahmen virtuell daran teil. Für Manfred Stevermann, den Vorstandsvorsitzenden der Genossenschaftsbank, ist trotz des erneut reibungslosen Ablaufs klar: „Wenn die Bedingungen es zulassen, treffen wir uns nächstes Jahr wieder persönlich.“ Den passenden Veranstaltungsort in Düsseldorf hat die Bank für den 22. Juni 2022 bereits vormerken lassen.

Bilanzielles Wachstum

Bei seinem Rückblick auf das Geschäftsjahr 2020 konnte Manfred Stevermann trotz der großen Herausforderungen, die sich insbesondere aus der Corona-Pandemie ergaben, erneut ordentliche Zahlen präsentieren. Insgesamt ist die Sparda-Bank West weitergewachsen. Ihre Bilanzsumme lag Ende 2020 bei 13,15 Milliarden Euro (+4,1 Prozent). Auch bei den Kundeneinlagen ging es wieder deutlich nach oben: Sie stiegen um 531 Millionen Euro auf 11,89 Milliarden Euro (+4,7 Prozent). „Die Pandemie hat sich hier als Treiber erwiesen, die Sparquote zog im letzten Jahr deutlich an“, so Manfred Stevermann.

Erfolgreicher Baufinanzierer

In der Pandemie gut behauptet hat sich die Bank in einem ihrer wichtigsten Geschäftsfeldern, den Immobilienfinanzierungen. Die Zahlen bestätigen damit einen Trend, der auch aus der jüngsten Sparda-Wohnstudie (www.sparda-wohnen2021.de) abzulesen ist: Der Lockdown hat bei vielen den Wunsch nach mehr Platz, mehr Wohnkomfort und damit auch nach einer eigenen Immobilie geweckt. Im Bestand ihrer Immobilienfinanzierungen ist die Sparda-Bank West im vergangenen Geschäftsjahr um 4,4 Prozent auf 6,59 Milliarden Euro gewachsen. Das Neugeschäft blieb trotz der Corona-bedingten wirtschaftlichen Unsicherheiten mit 1,29 Milliarden Euro nur leicht unter Vorjahresniveau (-6,5 Prozent).

Starkes Fondsgeschäft

Deutlich nach oben ging es im Vergleich zum Vorjahr beim Fondsvertrieb. Ihr Betreuungsvolumen beim genossenschaftlichen Geldanlagepartner Union Investment konnte die Sparda-Bank West um 7,8 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro steigern. Aus der Vermittlung von Fonds resultierten 20,4 Millionen Euro (+5 Millionen Euro) an Provisionen. Manfred Stevermann geht davon aus, dass sich dieser Trend im Laufe des aktuellen Geschäftsjahrs weiter verstärken wird: „Mit der Einführung von Verwahrentgelt und Negativzinsen auf hohe Giro- und Tagesgeldeinlagen haben wir ein Umdenken ausgelöst.“ Sparer würden vermehrt zu Anlegern. Das sei sinnvoll für die private Zukunftsvorsorge und gut für die gesamte Genossenschaft, „weil wir die Negativzinszahlungen für unsere Zentralbankeinlagen reduzieren und zugleich die Provisionserträge steigern können“. Aus den Kooperationen mit Partnern wie easyCredit, den DEVK Versicherungen und der Bausparkasse Schwäbisch Hall erwirtschaftete die Bank im vergangenen Geschäftsjahr 11,9 Millionen Euro. Insgesamt konnte sie ihr Provisionsergebnis um 10,4 Prozent auf 59,2 Millionen Euro steigern.

Rückläufiges Zinsergebnis

Das rückläufige Zinsergebnis konnte dadurch aber erwartungsgemäß nicht ausgeglichen werden. Mit 129,4 Millionen Euro lag die Bank deutlich unter dem Vorjahresniveau (-7,4 Prozent). Beim Jahresüberschuss ging es im vergangenen Geschäftsjahr wieder nach oben: Er betrug 8,6 Millionen Euro (+14,7 Prozent).

Zufriedenstellendes Jahresergebnis

Für den Vorstandsvorsitzenden ist das ein „insgesamt zufriedenstellendes Ergebnis“, das er in dem so stark von der Pandemie geprägten Jahr gar nicht erwartet hatte. Schließlich musste die Sparda-Bank West ihren Filialbetrieb im Jahresverlauf aufgrund hoher Inzidenzwerte in ihrem Geschäftsgebiet regional immer wieder stark einschränken. Sein Dank galt daher insbesondere den Filialteams. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mit enormem Engagement alles unternommen, um Kundenanfragen stets schnell zu beantworten und die Menschen unter Einhaltung der Hygienevorschriften kompetent und umfassend zu beraten.“ So konnte die Sparda-Bank West ihre Position unter den größten Genossenschaftsbanken Deutschlands trotz schwieriger Bedingungen weiter festigen. Sie war erneut einer der wichtigsten Baufinanzierungspartner in ihrem Geschäftsgebiet und hat in der Fondsberatung und -vermittlung ein gutes Ergebnis erzielt. Für Stevermann ganz besonders wichtig: „Trotz Covid-19 und der vielfältigen Herausforderungen im Zuge des Umbaus unserer Filialstruktur konnten wir im vergangenen Jahr mehr als 10.000 neue Kundinnen und Kunden für unser genossenschaftliches Banking begeistern.“ Ende 2020 zählte die Sparda-Bank West 682.152 Kunden (-2,7 Prozent) und 577.727 Mitglieder (-3,5 Prozent).

Zukunftsfähige Strukturen

Der Vorstandsvorsitzende sieht die Genossenschaft daher „gut aufgestellt, um alle neuen Herausforderungen zu meistern“. Und davon gibt es für die Finanzdienstleistungsbranche derzeit eine Menge. Viele davon fallen in den Bereich der Regulatorik, also der immer umfangreicheren gesetzlichen Vorgaben, die Banken im Rahmen ihrer Tätigkeiten zu erfüllen haben. Manfred Stevermann informierte die Vertreterversammlung zum Beispiel über ein jüngst ergangenes Urteil des Bundesgerichtshofs, das die Anforderungen an eine Kundenzustimmung im Falle vertraglicher Veränderungen neu regelt – und das voraussichtlich hohe Aufwände verursachen werde. Zu den großen Aufgaben gehört nach wie vor auch die Digitalisierung. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Erneuerung unserer IT-Systeme und wollen unseren Kundinnen und Kunden zudem überzeugende digitale Beratungs- und Serviceangebote machen.“ Mit der neuen Videoberatung, mit MeinInvest für die Online-Geldanlage und zukünftig auch mit MoneyMeets, dem digitalen Versicherungsmanager, hat die Sparda-Bank West die Weichen in Richtung Zukunft bereits gestellt.

Neue Aufsichtsratsmitglieder

Ein wichtiges Gremium für die Weiterentwicklung der Genossenschaft ist ihr Aufsichtsrat. Aus dem schied nun Johannes Houben aus, der von 2010 bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender war. Anke Beckemeyer, seine Nachfolgerin in dieser Position, und Manfred Stevermann dankten Johannes Houben im Namen der gesamten Sparda-Bank West für sein vorbildliches Engagement im Dienste der Genossenschaft. Der frei werdende Platz im Aufsichtsrat ging an Anita Schmidt, die als Gewerkschaftssekretärin bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft in Düsseldorf tätig ist. Turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden waren Rainer Deters, Wilfried Otten und Professor Dr. Wolfgang Portisch. Alle drei wurden im Rahmen der digitalen Abstimmungen wiedergewählt.

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