Jahresabschluss
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2019, 2020 Corona-Hilfen im Fokus
Frankfurt am Main | 28.04.2020 | Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main

Das Förderneugeschäft der Landwirtschaftlichen Rentenbank stieg im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 10,6 Mrd. Euro. Das darin enthaltene Programmkreditgeschäft ging zurück, da insbesondere das Neugeschäft in der Fördersparte „Erneuerbare Energien“ deutlich sank. Im  Kernbereich „Landwirtschaft“ konnte die deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum ihre Fördertätigkeit dagegen ausbauen.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres steigerte die Rentenbank ihr Neugeschäft mit zinsgünstigen Programmkrediten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 5 % auf 1,6 Mrd. Euro (1,5 Mrd. Euro). Die weitere Entwicklung wird maßgeblich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt sein.

Corona-Hilfen der Rentenbank

Seit Mitte März 2020 können betroffene Betriebe mit Darlehen aus dem Liquiditätssicherungs-Programm der Rentenbank die Folgen der Corona-Pandemie abfedern. Diese sind seit Mitte April auch mit einer Bürgschaft kombinierbar.

Das Programm steht Betrieben aus Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau, Forstwirtschaft, Aquakultur und Fischerei offen. „Die Agrarwirtschaft steht für Versorgungssicherheit. Es ist auch deshalb so wichtig, dass grundsätzlich gesunde Betriebe die Krise überstehen“, so Dr. Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands der Rentenbank anlässlich der Bilanzpressekonferenz.

Neugeschäft mit Programmkrediten 2019 bei 6,0 Mrd. Euro

Das Neugeschäft mit den zinsgünstigen Programmkrediten der Rentenbank ging 2019 auf 6,0 Mrd. Euro zurück (2018: 6,7 Mrd. Euro). Ursache dafür war hauptsächlich der starke Rückgang der Nachfrage nach Förderdarlehen in der Fördersparte „Erneuerbare Energien“ auf 0,9 Mrd. Euro (1,4 Mrd. Euro). Hier wirkten sich weiterhin die Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von 2017 und lange Genehmigungsverfahren aus.

In der Fördersparte „Landwirtschaft“ stieg das Neugeschäft dagegen an. Hier finanziert die Rentenbank vor allem klassische landwirtschaftliche Investitionen wie Maschinen, Flächenkäufe, Stallbauten und Betriebsmittel. Dafür stellte die Förderbank 2,2 Mrd. Euro (2,1 Mrd. Euro) bereit.

In ihrer Fördersparte „Ländliche Entwicklung“ sagte die Rentenbank mit 1,7 Mrd. Euro ein niedrigeres Kreditvolumen als im Vorjahr zu (2,0 Mrd. Euro). Hier finanziert die Förderbank vor allem kommunale Infrastrukturmaßnahmen, u.a. im Rahmen von Globalrefinanzierungsvereinbarungen mit den Förderbanken der Bundesländer.

Mit ihrer Fördersparte „Agrar- und Ernährungswirtschaft“ richtet sich die Rentenbank an Betriebe, die der Landwirtschaft vor- oder nachgelagert sind. Hier blieb das Förderneugeschäft stabil und lag 2019 bei 1,2 Mrd. Euro.

In der Mitte 2019 neu eingeführten Fördersparte „Forstwirtschaft“ betrug das Neugeschäft 25 Mio. Euro.

Das Förderneugeschäft mit Gebietskörperschaften, Banken und Sparkassen mit Bezug zum ländlichen Raum mittels Namenspapieren, Schuldscheindarlehen und Wertpapieren stieg auf 4,6 Mrd. Euro (3,6 Mrd. Euro). Damit lag das gesamte Förderneugeschäft der Rentenbank im Jahr 2019 bei 10,6 Mrd. Euro (2018: 10,3 Mrd. Euro).

Emissionsgeschäft: Banken bleiben wichtigste Investorengruppe

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäfts nahm die Rentenbank 2019 mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel in Höhe von 10,3 Mrd. Euro (11,3 Mrd. Euro) an den Kapitalmärkten auf. 44 % (39 %) der aufgenommenen Mittel entfielen auf Geschäftsbanken. Die zweitwichtigste Investorengruppe waren Zentralbanken und andere öffentliche Stellen. Ihr Anteil stieg auf 38 % (29 %). Der Euro blieb 2019 mit einem Anteil von 59 % (54 %) wichtigste Emissionswährung der Rentenbank, gefolgt vom Britischen Pfund, das 17 % (9 %) zum Mittelaufkommen beitrug.

Bilanzsumme leicht gestiegen

Die Bilanzsumme betrug zum 31.12.2019 90,9 Mrd. Euro (90,2 Mrd. Euro). Da die Ren-tenbank ihre Kredite wettbewerbsneutral über andere Banken und Sparkassen vergibt, fielen auf der Aktivseite der Bilanz die Forderungen an Kreditinstitute mit 60,4 Mrd. Euro (60,1 Mrd. Euro) bzw. einem Anteil von 66 % (67 %) besonders stark ins Gewicht.

Auf der Passivseite der Bilanz bilden die verbrieften Verbindlichkeiten mit 77,5 Mrd. Euro (76,6 Mrd. Euro) den größten Einzelposten. Davon entfielen auf Medium Term Notes 62,8 Mrd. Euro (60,1 Mrd. Euro), auf Globalanleihen 9,8 Mrd. Euro (10,6 Mrd. Euro) und auf Euro Commercial Papers 4,4 Mrd. Euro (5,4 Mrd. Euro).

Betriebsergebnis gestiegen

Der Zinsüberschuss erhöhte sich im Jahresvergleich auf 300,6 Mio. Euro (295,1 Mio. Euro). Die eingeschränkte Möglichkeit, die Vorteile negativer Kapitalmarkteinstände an die finanzierenden Hausbanken weiterzugeben, war hierfür ursächlich. Der Verwaltungsaufwand erhöhte sich leicht um 1,5 % auf 72,9 Mio. Euro, hauptsächlich durch gestiegene Personalaufwendungen und höhere Abschreibungen. Das Betriebsergebnis vor Risiko-vorsorge/Bewertung (Operatives Ergebnis) belief sich insgesamt auf 210,1 Mio. Euro (207,1 Mio. Euro).

Zur Risikovorsorge erhöhte die Rentenbank die Zuführung zu den Vorsorgereserven auf 177,6 Mio. Euro (144,1, Mio. Euro). Der Jahresüberschuss reduzierte sich entsprechend von 63,0 Mio. Euro auf 32,5 Mio. Euro. Der von der Rentenbank ebenfalls vollständig für Förderzwecke eingesetzte Bilanzgewinn blieb hiervon unberührt. Er lag nach Dotierung der Hauptrücklage in Höhe von 16,2 Mio. Euro (47,2 Mio. Euro) mit 16,3 Mio. Euro wie geplant leicht über dem Vorjahreswert (15,8 Mio. Euro).

Förderbeiträge zinsniveaubedingt niedriger

Einschließlich des Bilanzgewinns betrugen die Förderbeiträge der deutschen Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum 2019 41,3 Mio. Euro (84,2 Mio. Euro). Diese Summe wurde zur Verbilligung der Programmkredite, für Zuschüsse zum Programm „Forschung für Innovationen in der Agrarwirtschaft“ sowie für sonstige Förder-zwecke eingesetzt. Der Rückgang zum Vorjahr war auf die Zinsentwicklung im zweiten Halbjahr 2019 zurückzuführen. Die von der Rentenbank realisierten negativen Emissi-onsrenditen können bisher nicht über negative Einstandssätze für Hausbanken weitergereicht werden. Mit dem von der Rentenbank deutlich ausgeweiteten Förderzuschuss ist dies nur teilweise möglich.

Kapitalausstattung und Effizienz auf hohem Niveau stabil

Die Kapitalausstattung der Rentenbank auf Basis der EU-Bankenverordnung (CRR) ist unverändert hoch. Zum 31.12.2019 betrugen die Kernkapitalquote 30,1 % (29,7 %) und die Gesamtkapitalquote 31,1 % (31,2 %). „Unsere Cost-Income-Ratio von weniger als 30 % verdeutlicht zudem die effiziente Organisation unseres Bankbetriebs“, so Reinhardt abschließend.

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